Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Frankreich vom Thron gestoßen: USA sind wichtigster Handelspartner

Seit 1975 ist Frankreich der wichtigste Abnehmer deutscher Waren. Und auch bei den Einkäufen rangiert das Nachbarland auf der Spitzenposition. Doch das ist nun vorbei. Ein Grund ist auch die Politik der Europäischen Zentralbank.

Erstmals seit vier Jahrzehnten haben die USA Frankreich als wichtigsten Handelspartner Deutschlands abgelöst. 2015 seien Waren im Wert von 173,2 Milliarden Euro zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten gehandelt worden. Zwischen Deutschland und Frankreich waren es im selben Zeitraum Güter im Wert von 170,1 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt vorläufig mitteilte. Frankreich war den Angaben zufolge seit 1975 bei Exporten und Importen der wichtigste Handelspartner Deutschlands.

Wichtigstes Exportland der deutschen Wirtschaft war Frankreich den Statistikern zufolge gar seit 1961. Auch hier wurde das Nachbarland im vergangenen Jahr von den USA überholt. Deutschland exportierte demnach Güter im Wert von 113,9 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten. Nach Frankreich wurden Waren im Wert von 103,0 Milliarden Euro ausgeführt. Zu der Entwicklung beigetragen haben dürfte auch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Durch die Niedrigzinspolitik und das Anleihenkaufprogramm hat EZB-Präsident Mario Draghi den Euro praktisch abgewertet und Verkäufe in Regionen außerhalb des Währungsraums verbilligt.

Letztlich ergibt sich im Handel mit den USA ein Exportüberschuss von 54,6 Milliarden Euro. Im Warenaustausch mit dem Vereinigten Königreich summierte er sich auf 51 Milliarden Euro. Im Austausch mit Frankreich überstieg der Wert der verkauften Waren den der eingeführten um 36 Milliarden Euro.

Das liebste Einkaufland der deutschen Unternehmen war den Angaben zufolge indes China. Von dort bezogen die Unternehmen waren im Wert von 91,5 Milliarden Euro. Es folgen die Niederlande (88,1 Milliarden Euro) und Frankreich.

Insgesamt verkauften die deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr Waren im Wert von 1,195 Billionen Euro ins Ausland. Zugleich bezogen sie Güter in Höhe von 948 Milliarden Euro von ihren Handelspartnern.

Quelle: n-tv.de

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