Wirtschaft
Schulden ohne Grenzen - diese Freiheit nehmen sich dis USA.
Schulden ohne Grenzen - diese Freiheit nehmen sich dis USA.(Foto: REUTERS)

Mehr als 17.000 Milliarden Dollar Schulden: USA sprengen den Schuldendeckel

Seit Einführung der ersten Schuldenobergrenze in Amerika vor 100 Jahren wurde dieser Deckel mehr als 75 Mal angehoben. Immer wenn das Kreditlimit ausgeschöpft ist, borgt sich die Supermacht neues Geld - so auch jetzt. Die nächste Billionenmarke ist erreicht.

Kurz nach dem Ende des erbitterten Finanzstreits in Washington sind die US-Staatsschulden erstmals in der Geschichte über die 17-Billionen-Marke gesprungen. Das Minus in der Kasse betrug zuletzt genau 17,075590 Billionen Dollar, das entspricht umgerechnet 12,44 Billionen Euro. Das teilte das Finanzministerium in Washington mit. Zuvor hing die rote Zahl monatelang offiziell genau an der gesetzlichen Schuldengrenze von knapp 16,7 Billionen Dollar fest.

Der Sprung über die nächste Billionenmarke erfolgte, nachdem der Kongress Mitte vergangener Woche kurz vor einem drohenden Staatsbankrott das Kreditlimit vorerst ausgesetzt hatte. Bis zum 7. Februar kommenden Jahres dürfen sich die USA damit zunächst wieder Geld borgen.

Geldspeicher laufen voll

Ohne rechtzeitige Aufhebung der Schuldengrenze hätte das Land an einem gewissen Punkt den Finanzkollaps erlitten. Es konnte seit Erreichen der Schuldengrenze im Mai nur deshalb seine Rechnungen begleichen, weil sich noch Geld aus den anderen Staatskassen wie etwa den Währungsreserven umschichten ließ.

Diese "außerordentlichen Maßnahmen" wären aber nach Angaben des Finanzministeriums am 17. Oktober ausgeschöpft gewesen. Die Regierung hätte dann allein von den Steuereinnahmen leben müssen, die pro Tag aber durchschnittlich fast zwei Milliarden Dollar geringer sind als die Ausgaben. Der jetzige massive Schuldenanstieg von einem Tag auf den anderen resultierte also vor allem daraus, dass die anderen Staatskassen wieder aufgefüllt wurden.

100 Jahre Schuldendeckel

Es gibt wohl kaum eine Grenze, die so häufig verschoben wurde, wie die amerikanische Schuldenobergrenze. Eingeführt wurde der Schuldendeckel im Haushaltsrecht der USA 1917. Anlass war die Kostenexplosion durch den Eintritt der USA in den ersten Weltkrieg. Seitdem gilt: Wird die Grenze überschritten, treten automatische Ausgabenkürzungen in Kraft, um den Haushalt wieder auszugleichen.

In den hundert Jahren nach Einführung der Schuldenobergrenze wurde sie mehr als 75 Mal nach oben verschoben. Offizielle US-Daten zeigen, wem Washington Geld schuldet: Der größte auswärtige Geldgeber ist China mit 1,3 Billionen Dollar. Nach China als größter ausländischer Gläubiger folgt Japan mit 1,1 Billionen Dollar. Doch auch im Inland steht die Regierung in der Kreide, unter anderem bei Pensions- und Investmentfonds.

Das meiste Geld schuldet die Regierung aber der US-Notenbank. Alleine der oberste Währungshüter der USA hat Anleihen im Wert von rund 2,1 Billionen Dollar im Zuge seiner Bemühungen aufgekauft, die Wirtschaft nach der Rezession wieder anzukurbeln.

Quelle: n-tv.de

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