Wirtschaft
Rückenwind für die lokale Wirtschaft: Ein Blick in die VW-Werkshalle in Chattanooga, wo US-Mitarbeiter den VW-Passat für den Nordamerikamarkt montieren.
Rückenwind für die lokale Wirtschaft: Ein Blick in die VW-Werkshalle in Chattanooga, wo US-Mitarbeiter den VW-Passat für den Nordamerikamarkt montieren.(Foto: Reuters)

Wer bekommt die Arbeitsplätze?: USA und Mexiko werben um VW

Die Wirtschaftskraft der deutschen Autoindustrie ist in Übersee heiß begehrt: Weil der deutsche Hersteller Volkswagen eine neue Produktionslinie plant, versuchen sich Mexikaner und US-Amerikaner gegenseitig mit Steueranreizen zu überbieten.

Komfortable Ausgangslage für Volkswagen: Europas größter Automobilkonzern kann bei der Suche nach der passenden Produktionsstätte für ein neues Nordamerika-Modell zwischen verschiedenen Angeboten wählen.

Das Tauziehen zwischen den USA und Mexiko um den Zuschlag zur Produktion eines neuen VW-Modells geht in die nächste Runde: In der vergangenen Woche habe der US-Bundesstaat Tennessee dem deutschen Automobilkonzern erneut Steueranreize in Aussicht gestellt, wenn Volkswagen das geplante Modell in seinem Werk in Chattanooga baue, hieß es aus Branchenkreisen.

Die Standortwahl bremst

Zuvor hätten auch Behörden in Mexiko den Deutschen ein Angebot unterbreitet, um sich die Produktion in ihrem Land zu sichern. Wegen der Verzögerungen könnte eine Entscheidung über die Fertigungsstätte erst Ende Juni fallen, hieß es weiter. Für die Planungen in der Wolfsburger Zentrale ist das problematisch: Damit erhalten die Bemühungen von VW, auf dem schwierigen US-Markt wieder in Fahrt zu kommen, einen Dämpfer.

VW hatte im Januar das neue Modell - eine Mischung aus Limousine und Geländewagen - auf der Automesse in Detroit angekündigt. "Das große Volkswagen Midsize-SUV für Amerika wird kommen", hatte Volkswagen-Chef Martin Winterkorn zu Beginn der Detroiter Auto Show erklärt. Die Entwicklungsarbeiten an dem Siebensitzer hätten bereits begonnen. Einen Namen für das neue "Crossover"-Modell aus Limousine und Geländewagen gibt es offiziell noch nicht.

"VW braucht wieder viel zu lange"

Unmittelbar nach Winterkorns Ankündigung bot der Gouverneur von Tennessee, Bill Haslam, dem deutschen Konzern Anreize im Umfang von 300 Millionen Dollar, wenn das "Midsize-SUV" in seinem Bundesstaat gefertigt werde. Im Streit um die Einführung eines Betriebsrates in dem einzigen US-Werk von VW zog er dieses Angebot allerdings wieder zurück.

Branchenkenner sehen die Entwicklung mit Sorge. "VW braucht wieder viel zu lange, um das dringliche US-Problem anzugehen", sagte der Analyst Arndt Ellinghorst von ISI Group in London. "Der Crossover wäre eine einträgliche Ergänzung zur Produktpalette. VW hat keine Zeit zu verlieren."

Volkswagen hat in den USA mit sinkenden Absätzen zu kämpfen. Analysten hatten dem Autobauer wiederholt nahe gelegt, seine Modellpalette auszuweiten, um dort wieder auf die Erfolgsspur zu kommen. VW-Chef Winterkorn hat sich in Sachen US-Erfolg bereits festgelegt. "Das Ziel steht", hatte er zu Jahresbeginn in Detroit verkündet. "Bis 2018 will die Volkswagen Group of America in den USA eine Million Volkswagen und Audi pro Jahr verkaufen. Wir stellen uns dieser Aufgabe - selbstbewusst, mit vollem Engagement und auch mit dem nötigen langen Atem."

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Quelle: n-tv.de

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