Wirtschaft
Für sechs westdeutsche VW-Werke gilt die Einigung.
Für sechs westdeutsche VW-Werke gilt die Einigung.(Foto: picture alliance / dpa)

Einigung für 115.000 Mitarbeiter: VW-Beschäftigte erhalten mehr Geld

Es ist ein gutes Ritual: Nach Abschluss der Tarifverhandlungen in der Metallbranche finden auch Volkswagen und seine Beschäftigten in Deutschland rasch zueinander. Doch für die Mitarbeiter von Europas größtem Autobauer gibt es zumeist noch ein Sahnehäubchen.

Die rund 115.000 Beschäftigten bei VW in Westdeutschland bekommen wie ihre Kollegen in der übrigen Metall- und Elektroindustrie 3,4 Prozent mehr Lohn. Darauf verständigten sich die Unterhändler des Wolfsburger Autobauers und der IG Metall in Hannover.

Der Tarifabschluss sei ein gerade noch tragbarer Kompromiss, erklärte VW-Personalvorstand Horst Neumann. Volkswagen bleibe damit wettbewerbsfähig. "Es ist ein gutes Tarifergebnis mit ordentlich Sahne drauf", sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine.

Als Sahnehäubchen zahlt der Konzern jedem Vollzeitbeschäftigten 450 Euro in die Betriebsrentenkasse ein. Teilzeitkräfte erhalten einen anteiligen Zuschuss, Auszubildende und Studierende 150 Euro. Zudem soll die Zahl der Ausbildungsplätze wie von der Gewerkschaft verlangt auf 1400 pro Jahr erhöht werden.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 15 Monaten und endet damit am 31. Mai 2016. Die prozentuale Tariferhöhung für die VW-Beschäftigten in den Werken Wolfsburg, Braunschweig, Hannover, Salzgitter, Emden und Kassel sowie bei Volkswagen Financial Services entspricht damit dem Abschluss der gesamten Metall- und Elektroindustrie für dieses Jahr.

Sorge um Kostenanstieg

Die IG Metall hatte - wie bei den bundesweiten Verhandlungen für die Branche - einen Tarifaufschlag von 5,5 Prozent gefordert. Rund 39.000 Beschäftigte hatten sich der Gewerkschaft zufolge an Veranstaltungen und Aktionen beteiligt, um ihrer Forderung Nachdruck zu verliehen. VW hatte entgegnet, der Kostenanstieg müsse sich in Grenzen halten, damit auch in Zukunft Autos in Deutschland gebaut werden könnten. Die Wolfsburger haben ein Sparprogramm aufgelegt und wollen die Kosten der Hauptmarke VW in den nächsten Jahren um fünf Milliarden Euro kappen.

Die Gewerkschaft handelt beim umsatzstärksten deutschen Unternehmen traditionell für die 115.000 Beschäftigten in Westdeutschland einen Haustarif aus. In der Vergangenheit hatten die Arbeiter in den westdeutschen VW-Werken dank ihrer Sonderstellung deutlich mehr verdient als ihre Kollegen in der übrigen Branche. Dies änderte sich nach einer Sparrunde vor zehn Jahren. Seitdem haben sich die Löhne schrittweise denen in der bundesweiten Metall- und Elektroindustrie angenähert. Daneben erhalten die VW-Beschäftigten - wie die Mitarbeiter bei anderen Autobauern auch - eine Gewinnbeteiligung.

Quelle: n-tv.de

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