Wirtschaft
Martin Winterkorn kündigt Investitionen für den Ausbau regenerativer Energien an.
Martin Winterkorn kündigt Investitionen für den Ausbau regenerativer Energien an.(Foto: AP)

Viel Geld für den Umweltschutz: VW soll grün werden

Volkswagen geht nun auch mit aller Macht das Thema Ökologie an. Laut Konzernchef Winterkorn werden Milliarden für effizientere Autos in die Hand genommen. Zudem wollen die Wolfsburger auch bei der Produktion mit gutem Beispiel vorangehen. Bis 2020 soll dort der CO2-Ausstoß um 40 Prozent gesenkt werden.

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Volkswagen-Chef Martin Winterkorn gibt Europas größtem Autobauer ein neues Ziel: Nachdem die Eroberung der Weltmarktkrone bei den Fahrzeug-Auslieferungen absehbar erscheint, soll der Dax-Konzern nun auch beim Umweltschutz in der Weltliga ganz vorne mitspielen.

Dazu will der Konzern mehr als zwei Drittel der bis 2016 angekündigten Investitionen von 62,4 Milliarden Euro in effizientere Fahrzeuge, neue Antriebsarten und eine umweltschonendere Produktion seiner Werke weltweit stecken. "Unser erklärtes Ziel ist es, Volkswagen auch in ökologischer Hinsicht zum führenden Automobilhersteller zu machen", sagte Winterkorn zum Auftakt des Automobilsalons in Genf.    

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Bis 2020 soll der Kohlendioxid-Ausstoß in der Energieversorgung der Produktion um 40 Prozent gesenkt werden. "Dazu werden wir rund 600 Millionen Euro in den Ausbau regenerativer Energien aus Sonne, Wind und Wasserkraft investieren", kündigte der VW-Chef an. Den CO2-Ausstoß der europäischen Neuwagenflotte wollen die Wolfsburger 2015 unter die wichtige Schwelle von 120 Gramm je Kilometer drücken.

EU-Klimavorgaben geben den Kurs vor   

Die europäischen Autobauer müssen auf Druck der EU bereits 2012 den Flottenverbrauch ihrer Pkw senken und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Ende 2012 liegt die zulässige Obergrenze für Personenwagen bei 140 Gramm CO2, das entspricht einem Treibstoff-Verbrauch von rund 5,6 Litern auf 100 Kilometern. Sofern die Autobauer den Grenzwert nicht unterbieten, drohen ihnen Strafzahlungen. Bis 2016 wird das Regelwerk weiter verschärft: Dann sind maximal 125 Gramm CO2 pro Kilometer zulässig.       

Mit seiner Ankündigung eifert der Wolfsburger Autobauer seinem früheren Vorbild Toyota nun auch mit Blick auf die Umweltverträglichkeit nach. Der japanische Autobauer gilt vielen als Erfinder des spritsparenden Hybridantriebs, der einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor verbindet. Toyota hatte seine Weltmarktführung wegen mehrerer Naturkatastrophen jüngst an die Opel-Mutter General Motors verloren. Diese Position will der US-Konzern mit der angekündigten Allianz mit dem französischen Autobauer Peugeot festigen.     

VW will spätestens 2018 selbst an die Weltmarktspitze vorrücken. Analysten hatten dies zuletzt sogar früher für möglich gehalten. Deshalb hatten einige von ihnen erwartet, Winterkorn werde das Vertriebsziel ehrgeiziger fassen. Allerdings dürften die Wolfsburger angesichts des Konjunkturabschwungs in einigen Ländern inzwischen nicht mehr so schnell vorankommen wie zuletzt. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern weltweit 8,3 Millionen Fahrzeuge losgeschlagen, eine Million mehr als im Vorjahr.     

Sein Absatzwachstum hat VW nach Angaben von Winterkorn auch im Februar fortgesetzt. Der Konzern werde trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds seinen geplanten Weg an die Weltmarktspitze in diesem Jahr fortsetzen, sagte Winterkorn. "Die Auslieferungszahlen der ersten beiden Monate belegen eindrucksvoll, dass wir das Zeug dazu haben."      

Für Januar hatte der Konzern bereits ein weltweites Absatzplus von 1,3 Prozent auf 652.500 Fahrzeuge gemeldet. Vertriebsvorstand Christian Klingler hatte das Jahr 2012 als "herausfordernd" bezeichnet.

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Quelle: n-tv.de

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