Wirtschaft
Wir sitzen doch alle in einem Boot - oder etwa nicht?
Wir sitzen doch alle in einem Boot - oder etwa nicht?(Foto: picture alliance / dpa)

Athen, Schuldenkrise, Eurobonds: "Verbraucher sind ausgestiegen"

Seit Monaten geistert die Euro-Schuldenkrise durch die Medien. Bei den Verbrauchern stoßen die Debatten um die Euro-Turbulenzen, den Austritt Griechenlands oder die Einführung von Eurobonds mittlerweile auf taube Ohren. Die Themen sind zu abstrakt - "bis zu dem Zeitpunkt, wo die finanzielle Betroffenheit auch unmittelbar spürbar wird bei den Verbrauchern", sagt ein Konsumforscher.

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Ein Großteil der Deutschen hat nach Ansicht von Konsumforschern den Anschluss an die komplexe Debatte um die Euro-Schuldenkrise verloren. "Die Mehrheit der Bundesbürger ist aus der engeren Diskussion ausgestiegen", sagte der Experte des Nürnberger Marktforschungsunternehmens GfK. Viele Menschen verstünden bei Themen wie den Eurobonds nicht mehr, um was es da genau gehe, und schalteten ab. Entsprechend hätten die aktuellen Turbulenzen in der Euro-Zone derzeit kaum Auswirkungen auf die Konsumstimmung hierzulande.

"Das ist für sie wirklich eine sehr komplexe und - weil sie sich noch nicht persönlich betroffen fühlen - auch sehr abstrakte Diskussion", schilderte Konsumforscher Rolf Bürkl das Problem vieler Bürger. "Und da kommt hinzu, dass bei den Verbrauchern vielleicht auch so ein gewisser 'Gewöhnungseffekt' auf die schlechten Nachrichten aus Europa eingesetzt hat." Der eine oder andere sei von der Diskussion genervt und blende das Thema lieber aus. "Bis zu dem Zeitpunkt, wo die finanzielle Betroffenheit auch unmittelbar spürbar wird bei den Verbrauchern", betonte Bürkl.

Sollte etwa der Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone mit höheren Steuern finanziert werden müssen oder würde die Einführung von Eurobonds die Zinsen für Deutschland verteuern, sei die Situation schnell eine ganz andere, erläuterte der Fachmann. "Dann könnte es natürlich wirklich auch für die Verbraucherstimmung konkret und für das Konsumklima kritisch werden."

Im Moment jedoch seien die Deutschen eher von den Entwicklungen im Inland beeinflusst, schilderte Bürkl. "Also die Meldungen über die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal, das ja überaus erfreulich war, die Meldungen vom Arbeitsmarkt, die Tarifabschlüsse - das sind alles für die Verbraucher positive Nachrichten."

Quelle: n-tv.de

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