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Viele Verbraucher schlafen ruhiger mit einem Goldbarren unter dem Kissen.
Viele Verbraucher schlafen ruhiger mit einem Goldbarren unter dem Kissen.(Foto: picture alliance / dpa)

Sicherheit mit Gold und Immobilien: Verbraucher wollen Geld retten

Die Euro-Schuldenkrise könnte auch für den Einzelnen teuer werden, fürchten die Verbraucher. Viele Deutsche versuchen deshalb, ihr Erspartes vor der befürchteten Inflation zu retten und stecken es in Gold oder Immobilien. Der Spartopf hat jedoch ausgedient, statt auf niedrige Zinsen zu hoffen, wird lieber konsumiert.

Aus Furcht vor finanziellen Belastungen durch die Schuldenkrise und aus Angst vor einer Entwertung ihres Geldes versuchen deutsche Verbraucher nach Beobachtung von Konsumexperten zunehmend, ihr Erspartes in Sicherheit zu bringen. "Das beginnt mit Immobilien über andere werthaltige Anschaffungen und reicht bis hin zum Gold", erläuterte Rolf Bürkl vom Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK.

Dabei seien die Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung der Einkommen - etwa mit Blick auf die jüngsten Tariferhöhungen und die Beschäftigungsentwicklung - nach wie vor ganz gut. Dennoch schätzten die Verbraucher ihre Einkommensaussichten so schlecht ein wie seit Juni 2010 nicht mehr. "Ursache dafür ist zum einen die leicht gestiegene Arbeitslosigkeit", sagte Bürkl. "Es herrscht zudem die Furcht, finanziell zur Kasse gebeten zu werden", erläuterte Bürkl. Angesichts von milliardenschweren Rettungsschirmen und unbegrenzten Anleihekäufen zur Bekämpfung der Schuldenkrise schwane den Bürgern: "Irgendjemand muss für diese Summen auch aufkommen." Höhere Abgaben oder Steuern etwa würden aber das zur Verfügung stehende Einkommen des Einzelnen verringern.

Zudem komme derzeit noch ein weiterer Faktor zum Tragen, ergänzte Bürkl. "Es gibt die Furcht vor zunehmenden Kaufkraftverlusten." Erneute Höchststände an den Zapfsäulen kurbelten die Inflation an - "das betrifft das Portemonnaie direkt". Im Gegensatz zu früher jedoch führe eine hohe Teuerungsrate nicht dazu, dass die Menschen ihr Geld beieinander hielten - im Gegenteil: "Die Alternative zum Konsum, das Sparen, ist offenbar in den Augen der Verbraucher keine Alternative mehr."

Skepsis sinkt leicht

Das von der GfK ermittelte Barometer für das Konsumklima im Oktober verharrte unverändert bei 5,9 Punkten. Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen blieb aber stabil, während die Rezessionsangst nicht weiter zugenommen hat. Die Gesellschaft bestätigte ihre Prognose, wonach der private Konsum in diesem Jahr real um etwa ein Prozent steigen wird.

Angesichts einer Inflationsrate von zuletzt 2,1 Prozent und historisch niedrigen Zinsen stelle sich für Sparer die Frage: "Nehme ich 0,5 Prozent Tagesgeld, oder renoviere ich meine Wohnung energetisch, oder kaufe ich mir eine Wohnung, oder kaufe ich mir Gold?", so Bürkl. Vielen gehe es darum, ihre finanziellen Mittel vor einer Entwertung in Sicherheit zu bringen.

Die Konjunkturaussichten schätzten die Verbraucher nach zuvor drei Rückgängen in Folge wieder etwas weniger skeptisch ein. "Ob dieser positive Trend anhält, lässt sich derzeit jedoch nicht genau abschätzen", sagte Bürkl. Es zeichne sich ein langsameres Wirtschaftswachstum ab. "Zudem kann sich die deutsche Wirtschaft immer weniger den weitreichenden Rezessionstendenzen in Europa entziehen. Die Exporte in die kriselnden europäischen Staaten wie Griechenland, Spanien und Italien sind zuletzt eingebrochen."

Vor dem GfK-Index hatte sich bereits das Ifo-Geschäftsklima als wichtigster Indikator für die deutsche Wirtschaft im September bereits den fünften Monat in Folge abgekühlt und signalisierte damit, dass die Skepsis der Unternehmer wächst.

Quelle: n-tv.de

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