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In ganz Indien demonstrierten im Herbst Frauen, nachdem eine Frau als Fahrgast in einem Uber-Taxi vergewaltigt wurde.
In ganz Indien demonstrierten im Herbst Frauen, nachdem eine Frau als Fahrgast in einem Uber-Taxi vergewaltigt wurde.(Foto: REUTERS)

Miese Standards in Indien: Vergewaltigungsopfer verklagt Uber

Indien ist einer der größten Märkte für den privaten Taxi-Dienst Uber. Doch Taxifahrer sind nicht zuverlässig, im Herbst vergewaltigt einer von ihnen eine mitfahrende Frau. Die verklagt nun den Konzern in den USA, weil dieser die Fahrer nicht sorgfältig prüfte.

Eine Frau, die in Neu Delhi von einem Uber-Fahrer vergewaltigt worden sein soll, hat den Fahrdienstvermittler in den USA verklagt. Uber stelle sein Profitstreben über die Sicherheit der Passagiere, heißt in der Anzeige. Die Inderin fordere auch eine Entschädigung von Uber, berichtet die indische Nachrichtenagentur IANS.

Der Fahrer, der wegen Vergewaltigung inzwischen vor Gericht steht, wird von Sicherheitsleute eskortiert.
Der Fahrer, der wegen Vergewaltigung inzwischen vor Gericht steht, wird von Sicherheitsleute eskortiert.(Foto: REUTERS)

Uber ging zunächst nicht direkt auf die Klage ein. "Unser tiefes Mitgefühl gilt dem Opfer dieses entsetzlichen Verbrechens. Wir kooperieren in vollem Umfang mit den Behörden, um sicherzustellen, dass der Täter seine Strafe erhält", heißt es in einem Statement. Gegen den mutmaßlichen Täter läuft ein Verfahren in Indien. Er soll die 27-Jährige im November in seinem Taxi vergewaltigt haben. Uber wurde nach den Vorwürfen in ganz Indien verboten.

Seit vergangener Woche sind von Uber vermittelte Fahrer allerdings wieder auf den Straßen Neu Delhis unterwegs. Sie nutzen dafür eine andere Vermittlungsfirma namens Pooch-O. Indien ist nach den USA der größte Markt für das rapide expandierende Unternehmen aus San Francisco. Ubers Geschäftsmodell besteht aus einer App, über die Nutzer einen Wagen zu ihrem Standort rufen können. Für Indien hat Uber nach eigenen Angaben nun neue Sicherheitsstandards eingeführt. Die App bekomme einen Notruf-Knopf. Alle Fahrer müssten Uber außerdem ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen.

Taxifahrer war schon einmal in Haft

Dem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer reicht das nicht. "Uber lockt Kunden mit einer "Verpflichtung zu Sicherheit", dabei ist es eigentlich nur seiner Profitsteigerung verpflichtet, indem es in die am dichtesten besiedelten Märkte expandiert", heißt es in der Klageschrift, die in Kalifornien eingereicht wurde. Uber arbeite oft mit Fahrern zusammen, die eine kriminelle Vergangenheit hätten.

Der in Indien angeklagte Mann war tatsächlich schon einmal wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs in Haft. Uber hatte aber kein polizeiliches Führungszeugnis von ihm verlangt. Uber-Firmenchef Travis Kalanick erklärte, das indische System trage eine Mitschuld. Denn schließlich müsse der Staat die Taxi-Fahrer überprüfen, wenn er ihnen eine gewerbliche Lizenz gebe. Und nur mit solchen Fahrern arbeite Uber zusammen.

Quelle: n-tv.de

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