Wirtschaft
Leicht bewegliche Preisschraube: Eon-Kunden müssen mit monatlichen Mehrkosten in Höhe von 6,20 Euro rechnen.
Leicht bewegliche Preisschraube: Eon-Kunden müssen mit monatlichen Mehrkosten in Höhe von 6,20 Euro rechnen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Saftige Aufschläge auf den Strompreis: Versorger verlangen mehr

In Deutschland müssen Strom-Kunden künftig deutlich mehr Geld für Energie ausgeben: Unter Hinweis auf die Ökostromabgabe und steigende Netzentgelte kündigen mehr als 450 Anbieter zum Jahreswechsel steigende Strompreise an. Auch die Energieriesen Eon und RWE ziehen mit.

Im Marktdurchschnitt liegt der Aufschlag laut Eon bei knapp 12 Prozent.
Im Marktdurchschnitt liegt der Aufschlag laut Eon bei knapp 12 Prozent.(Foto: picture alliance / dpa)

Im kommenden Jahr müssen hunderttausende Kunden der Energieriesen Eon und RWE deutlich mehr für ihren Strom bezahlen. Der Preis bei Eon steige im Schnitt um 8,7 Prozent, teilte der Eon-Vertrieb mit. Eon hat rund sechs Millionen Kunden.

RWE will den Preis für seine Kunden zumindest in der Grundversorgung vorerst stabil halten. Der Strompreis für die etwa 500.000 Kunden mit Festpreisverträgen werde aber im Schnitt um 8 bis 9 Prozent erhöht, um die höheren staatlichen Abgaben umzulegen, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Außerdem erhöht RWE die Tarife für Nachtspeicherofen- und Wärmepumpenkunden. Davon sind allein in NRW, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz rund 250.000 Kunden betroffen.

Für die Eon-Kunden bringe die Preiserhöhung im Schnitt monatliche Mehrkosten von 6,20 Euro, hieß es in einer Eon-Mitteilung. Das Unternehmen liege damit unter dem Marktschnitt von knapp 12 Prozent Aufschlag.

Nicht am Hungertuch

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Der im deutschen Leitindex Dax notierte Energiekonzern Eon hatte erst in der Vorwoche Eon stellt Prognose in Frage und damit den Aktienkurs zeitweilig auf Talfahrt geschickt. Der nachhaltige Überschuss stieg unterdessen von Jahresbeginn bis Ende September auf rund 4 Mrd. Euro.

Der ebenfalls im Dax gelistete RWE-Konzern hatte Mitte vergangener Woche dagegen auf Basis der ersten neun Monate des laufenden Jahres einen Reingewinn von rund 1,8 Mrd. Euro bekannt gegeben und sich anders als der Branchenführer RWE gibt sich zuversichtlich geäußert.

Zu Wochenbeginn haben nach Angaben des Internetvergleichsportals Verivox 468 der rund 1000 Stromanbieter in Deutschland Preiserhöhungen angekündigt.

Branchenkenner erwarten angesichts der knappen Margen in der Branche weitere Erhöhungen im Frühjahr. Spätestens bis zu diesem Dienstag (20.11.) müssen die Versorger ihre Kunden über Preiserhöhungen informieren, damit sie bis zum 1. Januar wirksam werden können.

Anbieter drehen am Preis

Der Bund der Energieverbraucher nannte die Erhöhungswelle "unverschämt". Die zusätzlichen staatlichen Lasten entsprächen einem um 6 bis 8 Prozent höheren Strompreis. Erhöhungen über 8 Prozent sollten die Verbraucher nicht hinnehmen, riet der Bund der Energieverbraucher.

Wer einen möglichen Prozess nicht scheue, solle den alten Preis weiterzahlen und schriftlich der Preiserhöhung widersprechen, riet der Verband.

Quelle: n-tv.de

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