Wirtschaft
Der Skandal scheint die Absatzzahlen nur kurzfristig zu belasten: Schwerer wiegt das China-Risiko.
Der Skandal scheint die Absatzzahlen nur kurzfristig zu belasten: Schwerer wiegt das China-Risiko.(Foto: REUTERS)

Winterkorns Zielmarke verfehlt: Volkswagen verkauft weniger Autos

Für Europas größten Autobauer kommt es knüppeldick: Zusätzlich zu den Risiken der Abgas-Affäre muss der VW-Konzern im zurückliegenden Jahr einen deutlich sichtbaren Rückgang bei den Autoverkäufen verkraften.

Der Automobilkonzern Volkswagen sieht sich wenige Monate nach der Aufdeckung des Emissionsskandals mit schrumpfende Verkaufszahlen konfrontiert. Wie aus einer ersten Aufstellung zum Fahrzeugabsatz im Gesamtjahr 2015 hervorgeht, ist die Pkw-Kernmarke Volkswagen von dem Rückgang besonders deutlich betroffen.

Insgesamt sank der Absatz von Europas größtem Autobauer im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf 9,93 Millionen Fahrzeuge, wie der Hersteller mitteilte. Damit verfehlte der VW-Konzern im zurückliegenden Jahr bei den Verkaufszahlen die selbstgesteckten Zielmarke von 10 Millionen Fahrzeugen. Im Rennen um die Weltspitze und den Titel des weltgrößten Autobauers droht der Wolfsburger Weltkonzern damit weiter zurückzufallen.

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Gleichzeitig schrammt der Konzern an seinem Ziel vorbei, 2015 mindestens ebenso viele Autos zu verkaufen wie im Jahr zuvor. Die Vorgaben stammen allerdings noch aus einer ganz anderen Zeit: Damals konnten die VW-Marken zusammen noch knapp 10,14 Millionen Fahrzeuge verkaufen. Der damalige VW-Chef Martin Winterkorn hatte das Ziel ausgegeben, bis 2018 größter Autobauer der Welt zu werden. Winterkorn wollte so vor allem den japanischen Konkurrenten Toyota vom Thron stoßen.

Neue Prioritäten

Winterkorns Nachfolger an der VW-Spitze Matthias Müller muss dagegen ganz andere Prioritäten verfolgen. Er will in diesem Jahr neue Langfrist-Ziele für Volkswagen ausgeben. Er hat bereits angedeutet, dass ihm die Profitabilität des Konzerns dabei wichtiger sein wird als reine Absatzziele.

Müller war zuvor Chef der Luxusmarke Porsche, die sich im vergangenen Jahr erneut als Stütze für den VW-Konzern erwies. Die Verkäufe kletterten hier um 18,6 Prozent. Die Oberklasse-Tochter Audi erzielte mit 3,6 Prozent einen deutlich kleineren Zuwachs und fiel damit bei den Stückzahlen hinter den Konkurrenten Mercedes-Benz.

Bei der Pkw-Kernmarke Volkswagen sind die Verkäufe dagegen vor allem zum Jahresende eingebrochen. Der Absatz sackte im Dezember um 7,9 Prozent ab. Unterm Strich ist VW im vergangenen Jahr damit 4,8 Prozent weniger Autos losgeworden als ein Jahr zuvor.

Winterkorns China-Strategie

Ein direkter Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal lässt sich aus den Zahlen nicht ableiten. Die Ursache für die Rückgänge scheint dagegen eher im Bereich der Schwellenlandsorgen zu liegen: Vor allem in China, dem wichtigsten Absatzmarkt des VW-Konzerns, mussten die Wolfsburger ein schmerzhaftes Minus beim Verkauf einstecken: Auf Jahressicht ging es bei den Verkaufszahlen im Konzern um 3,4 Prozent abwärts.

In Europa und Nordamerika, wo VW in den vergangenen Monaten die Auswirkungen des Diesel-Skandals am heftigsten zu spüren bekam, stieg der Absatz dagegen auf Jahressicht. Volkswagen hatte eingeräumt, die Abgaswerte bei Millionen Autos weltweit mit einer Software manipuliert zu haben. VW drohen deshalb neben einem Imageschaden auch Milliarden-Strafzahlungen, vor allem in den USA.

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Quelle: n-tv.de

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