Audi, BMW, DaimlerVollgas ins zweite Halbjahr
China und den USA sei Dank: Die deutschen Autohersteller fahren Monat für Monat Absatzzuwächse ein. Audi und Daimler machen es vor, BMW zieht nach und sichert sich weiter die Spitzenposition unter Deutschlands Oberklasseherstellern.
BMW, Daimler
und Audi haben auch im Juli wieder deutlich mehr Autos verkauft. Weltweit wächst
die Nachfrage nach den deutschen Oberklassewagen. Nach schweren zwei Jahren knüpfen
die drei Premiumhersteller wieder an die Rekorde aus der Zeit vor der Krise an.
Weltweit setzte BMW 119.982 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls Royce ab, wie
der Konzern mitteilte. Das ist verglichen mit dem Vorjahresmonat ein Plus von 9,1
Prozent.
In den ersten
sieben Monaten des Jahres kletterte die Zahl der verkauften Autos damit um 12,5
Prozent auf 816.014. "Seit September 2009 haben wir unsere Verkäufe zum elften
Mal in Folge gesteigert", sagte Vertriebsvorstand Ian Robertson. Für das gesamte
Jahr erwartet BMW ein Absatzplus von rund 10 Prozent auf mehr als 1,4 Millionen
Fahrzeuge. Entgegen dem Branchentrend konnten die Münchner auch auf dem rückläufigen
deutschen Markt zulegen.
Aufholjagd mit Ausdauer
Für Experten
ist die kräftige Erholung mehr als eine kurze Aufholjagd. "Ich sehe weiterhin
große Wachstumschancen für die deutschen Hersteller in China, aber auch die Märkte
in Europa und Nordamerika werden sich wieder stabilisieren", sagte Autofachmann
August Joas von der Münchner Managementberatung Oliver Wyman. Zwar profitierten
die Konzerne vom Export. "Es wäre aber zu einfach zu sagen: China hat uns gerettet.
Die Hersteller haben sehr systematisch ihre Hausaufgaben gemacht."
2012 dürften
die Unternehmen wieder das Vorkrisen-Niveau erreichen. Dazu müssten aber die eingeleiteten
Entwicklungen weiter vorangetrieben werden, sagte Joas. Insgesamt traut er den drei
Herstellern ein Absatzvolumen von jeweils rund zwei Millionen Fahrzeugen jährlich
zu. "Der weltweite Markt ist da und Premium bleibt ein Wachstumssegment."
Bislang verkaufen die drei Hersteller zwischen rund 1 Million und 1,5 Millionen
Autos im Jahr.
Audi und Daimler ebenfalls stark
Vor BMW hatten
bereits Daimler und Audi ihre Absatzzahlen für Juli bekanntgegeben. Die Schwaben
verbuchten den zehnten Monat in Folge ein Absatzplus. Mit 106.100 Fahrzeugen der
Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach verkauften die Stuttgarter 12,9 Prozent
mehr als im Vorjahresmonat. Vor allem in Asien und den USA liefen die Geschäfte
mit Luxusautos weiter gut. Beim Smart kämpft Daimler dagegen mit schrumpfendem Absatz
- im Juli rauschte die Zahl der verkauften Kleinwagen um ein Fünftel auf 8400 nach
unten. Seit Jahresbeginn legten die Verkäufe insgesamt um 11,8 Prozent auf 713.500
Fahrzeuge zu.
Audi lieferte
weltweit rund 91.400 Fahrzeuge aus, 7,7 Prozent mehr als im Juli 2009. Von Januar
bis Juli kletterte der Absatz der Volkswagen-Tochter damit um 17,4 Prozent auf insgesamt
rund 646.300 Autos. Verkaufsrekorde stellte Audi erneut in China und den USA auf.
Rückläufig waren die Verkäufe im Juli angesichts eines kräftigen Minus in Deutschland
aber in Westeuropa. Auf dem Heimatmarkt ging der Absatz im Juli um fast ein Fünftel
auf 18.829 Autos zurück.