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So sollen die Jets der neuen Eurowings aussehen.
So sollen die Jets der neuen Eurowings aussehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Fragen und Antworten: Was Lufthansa mit der neuen Airline plant

Mit Eurowings bringt Lufthansa eine neue Billig-Airline für die Mittel- und Langstrecke an den Start. Ab 2015 will der Konzern mit dem Angebot der Billig-Konkurrenz auch auf Flügen nach Übersee Paroli bieten.

Der Aufsichtsrat der Fluggesellschaft Lufthansa hat dem Konzept einer Billig-Airline auch auf der Langstrecke zugestimmt. Die kostengünstigeren Kurz- und Langstreckenflüge sollen künftig alle unter einem Dach und unter dem Markennamen Eurowings operieren, sagte Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr in einer Telefonkonferenz im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung. Der Markenname Germanwings werde aber zunächst beibehalten.

Wie entsteht die neue Airline?

Die neue Eurowings entsteht durch die Zusammenlegung der bestehenden Fluglinien Germanwings und Eurowings. Für die Eurowings-Langstreckenflüge holt sich Lufthansa mit der deutsch-türkischen Fluggesellschaft SunExpress Ende 2015 einen Partner ins Boot. Dazu wurde mit SunExpress, einem Joint-Venture-Unternehmen von Lufthansa und Turkish Airlines, ein Absichtserklärung unterzeichnet, erklärte Spohr.

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Wann geht Eurowings an den Start?

Bis ins dritte Quartal 2015 bleiben Germanwings und die bisherige Eurowings bestehen. Dann solle der Markenauftritt gegenüber dem Kunden auf Eurowings umgestellt werden. Lufthansa folgt notgedrungen dem Vorbild seiner klassischen Konkurrenten. Die British-Airways-Mutter IAG hat mit der spanischen Vueling längst einen Billigableger im Portfolio und auch Air France/KLM konnte am Mittwoch einen Kompromiss mit ihren Piloten zum Ausbau ihrer Billigtochter Transavia vermelden.

Welche Flugzeuge fliegen für die neue Airline?

Die neue Gesellschaft sei als Plattform konzipiert, auf der mehrere Fluggesellschaften ihre Leistungen anbieten, sagte Spohr. Sie wird selbst über 23 eigene Airbus-Jets verfügen, die bis Ende 2017 die kleineren Flugzeuge der jetzigen Flotte ablösen. Dazu kommen 58 Germanwings-Flugzeuge und sieben A 330 für die Langstrecke, die von der deutsch-türkischen Lufthansa-Beteiligung SunExpress Deutschland in der neuen weiß-rot-blauen Eurowings-Bemalung betrieben werden. Die Flieger mit Platz für 310 Personen werden ausschließlich Sitze der Economy-Klasse bieten.

Flugzeuge vom Typ Airbus A330 sollen bei Eurowings die Langstrecke bedienen.
Flugzeuge vom Typ Airbus A330 sollen bei Eurowings die Langstrecke bedienen.(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Welche Fernziele soll Eurowings anfliegen?

Die ersten interkontinentalen Ziele sollen unter anderem in Florida, dem Indischen Ozean und im südlichen Afrika liegen.

Wo ist die Heimatbasis der neuen Airline?

Gelenkt wird Eurowings vom bisherigen Germanwings-Standort Köln. Mittelfristig will Lufthansa eine Eurowings-Holding im europäischen Ausland etablieren. Der Flughafen Köln-Bonn hatte sich nach Spohrs Worten gegen Düsseldorf und München durchgesetzt, weil dort ein 24-Stunden-Betrieb erlaubt ist.

Was passiert mit Germanwings?

Die erst 2013 neu aufgestellte Billigmarke Germanwings wird im kommenden Jahr weitgehend verschwinden. Der Auftritt zum Kunden werde im dritten Quartal 2015 auf Eurowings umgestellt, kündigte Spohr an. Germanwings hat im vergangenem Jahr die Lufthansa-Verbindungen außerhalb der Drehkreuze Frankfurt und München übernommen und wird laut Spohr 2015 erstmals schwarze Zahlen schreiben. "Germanwings war ein Erfolg, aber wir müssen aus Kostengründen auf Eurowings wechseln", erklärte der Lufthansa-Chef.

Was sollen die Tickets kosten?

Vorgabe ist, dass die Tochter bis zu 40 Prozent günstiger fliegt als die große Lufthansa.

Wie sollen günstigere Preise angeboten werden können?

Die günstigere Kostenstruktur soll durch geringere Personalkosten bei Piloten und Kabinen-Crew sowie für Wartung und Flugbetrieb erreicht werden. Demnach werden die Interkontinentalflüge unter der Marke Eurowings mit Cockpit- und Kabinencrews der SunExpress Deutschland fliegen. Die Piloten bei Eurowings verdienen also deutlich weniger als ihre Kollegen bei der Lufthansa, die unter den Konzerntarifvertrag fallen. Das ist auch einer der Streitpunkte mit der Vereinigung Cockpit, die unter anderem wegen der Einführung der Billig-Airline zu Streiks aufgerufen hat.

Wie sind die Chancen am Markt?

Mit zunächst knapp 90 Fliegern bleibt Eurowings im Vergleich zu Ryanair (297) und Easyjet (226) ein kleiner Angreifer, für den zunächst keine konkreten Wachstumsziele genannt wurden.

Quelle: n-tv.de

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