Wirtschaft
Der Milliardenaufwand der Fed-Maßnahmen scheint zu greifen: Die Arbeitslosenquote sinkt.
Der Milliardenaufwand der Fed-Maßnahmen scheint zu greifen: Die Arbeitslosenquote sinkt.(Foto: picture alliance / dpa)

Job Report signalisiert Aufschwung: Washington zählt mehr Stellen

Die Lage am US-Arbeitsmarkt hellt sich kräftig auf: Der mit Spannung erwartete offizielle Bericht zur Lage im Februar weist deutlich mehr neugeschaffene Stellen aus als erhofft. Die Zahl der Arbeitslosen geht zurück. An den Märkten kommt Bewegung auf.

Die US-Wirtschaft hat im Februar weit mehr Stellen geschaffen als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 236.000, wie das Washingtoner Arbeitsministerium mitteilte. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Zuwachs um 160.000 Stellen gerechnet.

Der kräftige Zuwachs fiel damit im vergangenen Monat sehr viel besser aus als angenommen. Analysten werteten die Daten als weiteres Anzeichen für eine weiter voranschreitende Erholung der US-Wirtschaft.

Die Arbeitslosenquote fiel um 0,2 auf 7,7 Prozent. Sie liegt damit noch deutlich über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre von sechs Prozent, signalisiert allerdings ebenfalls eine leichte Entspannung. Aktuell liegt die Quote auf dem niedrigsten Stand seit Dezember 2008. Offiziell sind derzeit etwa 12 Millionen US-Einwohner ohne Arbeit.

Einen kleinen Wermutstropfen enthielt der offizielle Job Report dennoch: Das Ministerium korrigierte den Vormonatswert auf Grundlage revidierter Berechnungen von 157.000 auf 119.000 Stellen nach unten. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Februar um 4 Cent auf 23,82 Dollar, während Ökonomen einen Zuwachs um 5 Cent erwartet hatten. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit legte minimal auf 34,5 Stunden zu.

Das kräftige Plus auf dem Arbeitsmarkt reiht sich ein in gute Nachrichten aus dem Wirtschaftsleben, angefangen von höheren Immobilienpreisen, gewachsenem Verbrauchervertrauen und steigenden Börsenkursen. Belastet wird die Stimmung von höheren Einkommensteuern und dem bislang ergebnislosen Streit um die Haushaltspolitik zwischen Republikanern und Demokraten.

Der Privatsektor der US-Wirtschaft, der rund 70 Prozent der gesamten Arbeitskräfte beschäftigt, schuf im zurückliegenden Monat 246.000 Jobs, während die öffentliche Hand 10.000 Posten abbaute. Im verarbeitenden Gewerbe entstanden 20.000 zusätzliche Jobs, während die Bauindustrie mit 48.000 Stellen glänzen konnte. In der Dienstleistungsindustrie, die üblicherweise als Wachstumsmotor für den Arbeitsmarkt fungiert, kamen 73.000 Arbeitsplätze hinzu. Im Einzelhandel entstanden 24.000 Arbeitsplätze.

Scharfe Kursbewegungen

Die Reaktionen an den Märkten fielen deutlich aus: Im Frankfurter Aktienhandel baute der Dax seine Gewinne nach den US-Arbeitsmarktdaten aus und stieg bis auf 8015 Punkte, den höchsten Stand im Verlauf sei Anfang 2008. Vor dem Börsenstart in New York hielten sich die Anleger allerdings noch zurück, der Anstieg verläuft zögerlich. "Auf dem hohen Niveau sind viele Anleger nervös", meinte ein Marktteilnemer. Die Chancen auf weitere Kursgewinne am Nachmittag seien aber gut. Die US-Konjunktur erhole sich, und die Zinsen seien trotzdem sehr niedrig. Der Euro reagierte heftig und gab bis auf 1,2955 Dollar nach. Gleichzeitig fiel der Preis für Gold Richtung Jahrestief.

Die Erholungssignale aus Washington weckten sogleich Bedenken, die US-Notenbank könnte reagieren und ihre intensiven Stützungsmaßnahmen zurückfahren. Die Arbeitsmarktdaten weisen nicht auf ein Ende der lockeren Geldpolitik hin, hieß es jedoch in ersten Reaktionen am Markt. "150.000 Stellen sind allein für den Bedarf wegen des Bevölkerungswachstums notwendig", erklärte ein Händler. Damit erhole sich der Arbeitsmarkt weiterhin nur langsam. Mit 7,7 Prozent liege die Quote noch deutlich über dem Ziel, ab dem die Fed einen Exit aus der lockeren Geldpolitik anstrebe.

Das Wachstum der US-Wirtschaft war am Jahresende fast zum Stillstand gekommen. Die Notenbank Federal Reserve (Fed) ist jedoch von einer anhaltenden Erholung überzeugt. Seit Jahren versuchen die Währungshüter unter der Leitung von Fed-Chef Ben Bernanke, das Wachstum mit ihrer Nullzinspolitik und umfangreichen Anleihekäufen anzuschieben.

Quelle: n-tv.de

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