Dienstag, 17. Mai 2011
Staatspleite droht: Weißrussland geht am Stock
"I love Belarus", trällerte Anastasia Winnikowa erfolglos auf dem Eurovision Song Contest in Düsseldorf. Ihrem Land geht es haushaltspolitisch sehr schlecht. Um einen Staatsbankrott abzuwenden, braucht Weißrussland Milliarden. So hofft man in Minsk auf einen Kredit aus Moskau. Auch die EU lockt mit Geld; sie verlangt dafür demokratische Reformen.Das vor dem Staatsbankrott stehende Weißrussland hofft auf einen Milliardenkredit aus Moskau. Die frühere Sowjetrepublik benötige mittelfristig eine Tranche von mindestens drei Milliarden US-Dollar, teilte Ministerpräsident Michail Mjasnikowitsch mit.
Nach Medienberichten verhandelt die autoritäre Führung in Minsk außer mit Russland auch mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Regierung in Moskau hat für den Bau des ersten Atomkraftwerks in Weißrussland bereits einen Kredit von sechs Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Im Gegenzug zeigt Russland Interesse an Anteilen am weißrussischen Energieversorger Beltransgas.
Milliarden für Demokratisierung
"Ich schließe einen Antrag beim IWF nicht aus", sagte Mjasnikowitsch nach einem Gespräch mit Staatschef Alexander Lukaschenko. Berichte über Devisen- und Lebensmittelknappheit in Weißrussland reißen nicht ab. Der seit mehr als 16 Jahren mit harter Hand regierende Lukaschenko nannte dies ein "Gerücht, dessen Urheber bestraft werden" müssten.
Sein Regime geht derzeit erneut gegen Kritiker vor und verhängte zuletzt lange Haftstrafen. Die EU hatte drei Milliarden Euro in Aussicht gestellt, sollte Weißrussland einen demokratischen Wandel einleiten.
dpa
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