Wirtschaft
Vor allem in Schwellenländern bereitet der Schuldenanstieg den Experten Sorgen.
Vor allem in Schwellenländern bereitet der Schuldenanstieg den Experten Sorgen.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 04. April 2017

Teils "spektakulärer Anstieg": Welt-Schuldenberg wächst

Die Schulden der gesamten Welt übertreffen die globale Wirtschaftsleistung inzwischen um mehr als das Dreifache. Sorgen bereitet Experten vor allem die Entwicklung in den Schwellenländern. Mit steigenden Zinsen ergibt sich ein explosiver Mix.

Die weltweiten Schulden sind einer Studie zufolge im vergangenen Jahr gewachsen. Sie erhöhten sich um 7,6 Billionen auf 215 Billionen Dollar (202 Billionen Euro), wie das Institute for International Finance - der weltweite Verband der Finanzbranche - in Washington mitteilte. Die Summe entspreche 325 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Besonders in den Schwellenländern habe es "einen spektakulären Anstieg" auf 55 Billionen Dollar gegeben, weil vor allem Unternehmen außerhalb der Finanzbranche mehr Verbindlichkeiten aufnahmen, hieß es. Da die Zinsen weltweit eher nach oben gingen, sei dies "ein wachsender Grund zur Sorge".

Der größte Teil der weltweiten Schulden geht allerdings auf das Konto der Industriestaaten, die mit insgesamt 160 Billionen Dollar in der Kreide stehen. Dies entspreche fast dem Vierfachen des Bruttoinlandsproduktes dieser Länder. Grund für den Anstieg sei insbesondere die zunehmende staatliche Verschuldung. Diese habe sich beispielsweise in den USA und in Großbritannien seit 2006 mehr als verdoppelt. In den westeuropäischen Ländern und in Japan sei sie um etwa 50 Prozent gestiegen.

Die deutschen Staatsschulden summierten sich der Bundesbank zufolge Ende 2016 auf 2,14 Billionen Euro, was 18 Milliarden Euro weniger waren als ein Jahr zuvor. Das entspricht 68,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Der EU-Vertrag erlaubt maximal 60 Prozent. Wie viele andere Länder hat auch Deutschland während der Finanzkrise Milliarden an Steuergeldern für die Bankenrettung ausgegeben, was den Schuldenstand nach oben trieb. 

Quelle: n-tv.de

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