Aktien 40 Prozent im PlusWettbieten um den "Playboy"
Den "Playboy" kennt jeder, auch wenn ihn keiner gelesen haben will. Dennoch steckt der Konzern rund um das Magazin tief in der Krise. Der rigide Sparkurs des Managements kratzt nun auch noch am Renommee des "Bunny"-Konglomerats. Dem Gründer Hugh Hefner reicht's jetzt. Und der "Penthouse"-Konkurrenz auch.
Jeder kennt es, jeder will es: In den USA bahnt sich ein Bieterrennen um das Männermagazin "Playboy" an. Gegenüber stehen dürften sich zwei Größen der amerikanischen Erotik-Branche: Playboy-Gründer Hugh Hefner selbst und die Firma Friend Finder Network, Besitzer des rivalisierenden "Penthouse"-Magazins.
Wie hoch ist der wahre Wert?
Wie Playboy Enterprises mitteilte, will der 84-jährige Hefner sein Unternehmen von der Börse nehmen und hat dazu ein Angebot eingereicht, das den Konzern um die Zeitschrift mit dem "Bunny"-Logo mit etwa 185 Mio. Dollar bewertet. Für jede Aktie, die sich nicht in seinem Besitz befindet, bietet Hefner demnach 5,50 Dollar in bar, ein Aufpreis von etwa 40 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.
Kurz nach dieser Ankündigung teilte Friend Finder Network mit, seinen Hut ebenfalls in den Ring zu werfen. Die Offerte Hefners entspreche bei weitem nicht dem wahren Wert von Playboy. Das Unternehmen bereitet demnach ein Gegengebot vor, das am Abend vorgestellt werden sollte. Die Aktien von Playboy Enterprises, dem Unterhaltungskonzern rund um das berühmteste Männermagazin der Welt, schossen mehr als 40 Prozent in die Höhe.
Käufer dringend gesucht
"Playboy" hatte zuletzt stark mit sinkenden Werbeeinahmen und rückläufigen Magazin-Verkäufen zu kämpfen. Das Unternehmen hatte bereits Ende vergangenen Jahres nach einem Käufer gesucht.
Hefner hatte den "Playboy" 1953 gegründet; die erste Ausgabe zierte ein Bild der damals noch kaum bekannten Marilyn Monroe.
Der "Playboy" erscheint in fast 40 Ländern. Für das Magazin haben sich schon Jayne Mansfield, Ursula Andress, Kim Basinger, LaToya Jackson, Katarina Witt und die Schauspielerinnen der US-Kultserie "Baywatch", wie beispielsweise Pamela Anderson, ausgezogen.