Wirtschaft
Fed-Chefin Janet Yellen sieht die Erholung der US-Wirtschaft auf einem guten Weg.
Fed-Chefin Janet Yellen sieht die Erholung der US-Wirtschaft auf einem guten Weg.(Foto: picture alliance / dpa)

US-Leitzins bleibt nahe null: Yellen senkt US-Wachstumsprognose

Der Leitzins bleibt stabil, die US-Notenbank drosselt ihre Anleihenkäufe weiter. Doch Fed-Chefin Janet Yellen überrascht die Märkte: Obwohl die Wirtschaft sich erholt, wird sie weniger wachsen als erwartet. Höhere Zinsen bleiben daher noch in weiter Ferne.

Angesichts der anziehenden Wirtschaft in den USA streicht die Notenbank ihre Konjunkturhilfen weiter zusammen. Die monatlichen Geldspritzen werden wie erwartet um weitere zehn Milliarden Dollar gekürzt. Das Volumen der Ankäufe von Staatsanleihen und Hypotheken-Papieren sinkt damit auf 35 Milliarden Dollar pro Monat. Das Programm wird voraussichtlich Ende des Jahres auslaufen. Den Leitzins beließen die Notenbanker um Fed-Chefin Janet Yellen auf dem historisch niedrigen Niveau zwischen null und 0,25 Prozent.

Die US-Notenbank sieht die Erholung der US-Wirtschaft zwar weiterhin auf einem guten Weg. Die Konjunktur habe sich in den letzten Monaten nach einem schwachen Winter wieder erholt, teilte die Fed mit. Zuletzt hatte sich insbesondere die Lage am Arbeitsmarkt deutlich aufgehellt. Die US-Wirtschaft hat die während der schweren Rezession verlorenen Jobs inzwischen wieder aufgebaut.

Doch gleichzeitig beurteilt die Notenbank die Wachstumsaussichten nicht mehr ganz so rosig. Sie veranschlagt für dieses Jahr beim Bruttoinlandsprodukt ein Plus von maximal 2,3 Prozent. Noch im März hatte sie mit bis zu drei Prozent gerechnet.

Zinswende frühestens Mitte 2015

Yellen betonte, es müsse weiterhin Unklarheit über den "weiteren Zinspfad" herrschen. Die Fed könne sich nicht vorab festlegen und werde den Kurs flexibel an Konjunktur und Inflation anpassen. Eine deutliche Mehrheit der maßgeblichen Fed-Vertreter schätzt, dass der Leitzins erst 2015 steigen wird. Nur ein Zentralbanker will ihn noch dieses Jahr erhöhen, zwölf Kollegen 2015 und drei weitere wollen damit bis 2016 warten.

Die Fed-Führungsmitglieder veranschlagen im Schnitt für Ende 2015 ein Zinsniveau von 1,125 Prozent. Im März hatten sie lediglich 1,00 Prozent angepeilt. Auch Experten gehen davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen frühestens Mitte 2015 erstmals seit fünfeinhalb Jahren wieder anheben wird. Seit Ende 2008 liegt der Zinssatz auf seinem Rekordtief, als sich weltweit die schwere Finanzkrise ausgebreitet hatte.

Die Fed, die stabile Preise sichern und  Vollbeschäftigung fördern soll, blickt mittlerweile mit etwas weniger Sorge auf den Arbeitsmarkt. Bis Ende des Jahres soll die Arbeitslosenquote nach den Projektionen der Notenbank auf 6,0 bis 6,1 Prozent sinken. Im März hatte sie noch 6,1 bis 6,3 Prozent veranschlagt. Doch noch immer gibt es eine für US-Verhältnisse relativ hohe Zahl von Teilzeitkräften und Langzeitarbeitslosen.

Ausstieg aus dem Geld-Doping

Mit dem Ausstieg aus den jahrelangen Konjunkturhilfen durch gezieltes Geld-Doping rückt auch in den Mittelpunkt, wie die Fed ihre in den Krisenjahren auf 4,3 Billionen Dollar aufgeblähte Bilanz wieder auf Normalmaß stutzen will. Die Kardinalfrage ist, ob sie vor oder erst nach einer Zinserhöhung damit beginnen wird. Um die Bilanzsumme zu verringern, kann die Fed mit der Praxis brechen, die Einnahmen aus auslaufenden Wertpapieren wieder in neue Titel zu investieren. Sollte sie Papiere abstoßen, könnte die Bilanz noch schneller schrumpfen.

Yellen sagte, es bleibe bei dem 2011 beschlossenen Prinzip, die aufgeblähte Bilanz mit der Zeit zu normalisieren. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die Fed Hypothekenpapiere abstoßen werde. Sie hoffe, noch 2014 einen überarbeiteten Plan vorzulegen, wie die Fed die Normalisierung ihrer Geldpolitik gestalten wolle.

Quelle: n-tv.de

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