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Bei Deutscher Bahn gibt es viel zu tun: Zahl der Beschwerden steigt rapide

Die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr kann sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. Sie verzeichnet im abgelaufenen Jahr hinsichtlich der Beschwerden über die Deutsche Bahn ein Rekordhoch. Dabei hat der Konzern auch mit unwetterbedingten Problemen zu kämpfen.

Zahlreiche Verspätungen sorgen für Ärger.
Zahlreiche Verspätungen sorgen für Ärger.(Foto: dpa)

Nie zuvor haben sich so viele Menschen über das Bahnfahren beklagt wie im zu Ende gehenden Jahr: Allein bis zum 20. Dezember seien schon 3257 Schlichtungsanträge von Bahnreisenden eingegangen - gut 50 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Zahlen der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (Söp).

In knapp der Hälfte der Fälle hätten Kunden sich darüber geärgert, dass ein Zug verspätet oder sogar komplett ausgefallen war, schreibt das Blatt. In rund jedem dritten Beschwerdefall habe es Probleme mit dem Ticket gegeben. Jede vierte Beschwerde betraf den Service, etwa weil der Erste-Klasse-Wagen fehlte oder weil es an Hilfe für Menschen mit Gehbehinderung mangelte.

In mehr als acht von zehn Fällen habe die Schlichtungsstelle eine einvernehmliche Lösung erarbeiten können, sagte Söp-Geschäftsführer Heinz Klewe. Die Söp war im Rahmen der Fahrgastrechte für Bahnfahrer eingerichtet worden, die seit Sommer 2009 gelten. So bekommen Bahnnutzer beispielsweise seither bei Verspätungen von einer Stunde ein Viertel des Fahrpreises zurück, bei zwei Stunden die Hälfte.

An die Schlichtungsstelle können sich Bahnreisende immer dann wenden, wenn sie sich zuvor erfolglos bei ihrem Verkehrsunternehmen selbst beschwert hatten. Die Söp tritt auch ein für Reisende mit Bus, Schiff oder seit Kurzem auch mit Flugzeug.

Hochwasser und Kabelklau

Der bei der Bahn für den Personenverkehr zuständige Vorstand Ulrich Homburg führte den Anstieg der Schlichtungsanträge auf mehrere Vorkommnisse zurück. "2013 war geprägt von vielen heftigen Unwettern, von hochwasserbedingten Streckensperrungen über fünf Monate, von unpassierbaren Strecken im Ruhrgebiet aufgrund nicht gesicherter alter Bergwerksstollen und durch die notorischen kriminellen Eingriffe in den Bahnverkehr, wie etwa Kabelklau", sagte Homburg zur "SZ".

Daher sei es kein Wunder, dass die Beschwerden zugenommen hätten. Die Bahn nehme die Zahlen gleichwohl zum Anlass, ihre Anstrengungen zu verstärken.

Quelle: n-tv.de

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