Wirtschaft
Die "Financial Times Deutschland" geht Ende dieser Woche vom Markt.
Die "Financial Times Deutschland" geht Ende dieser Woche vom Markt.(Foto: picture alliance / dpa)

Große Kampagne gegen das Sterben: Zeitungen bangen um Zukunft

Der bevorstehende Tod der "Financial Times Deutschland" und die Insolvenz der "Frankfurter Rundschau" schrecken die deutsche Zeitungsbranche auf. Nun sollen in großem Stil zu Werbezwecken Anzeigen geschaltet werden. Auch Plakate und Spots sind geplant.

Die deutschen Zeitungen werden in einer groß angelegten Kampagne für ihr Medium werben. Mit Anzeigen, Plakaten und Spots will die Branche nach Angaben des Sprechers des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Hans-Joachim Fuhrmann, die Stärken der Zeitung als universales Qualitätsmedium in einer digitalen Medienkultur stärker im Bewusstsein verankern.

Mit 50 Millionen täglichen Lesern für die gedruckten Blätter und fast 30 Millionen Einzelnutzern im stationären Internet und auf Smartphones seien die Zeitungen die wichtigste Quelle für Nachrichten und Hintergrundinformationen, sagte Fuhrmann. Beraten wird der BDZV durch den Chef der Düsseldorfer Werbeagentur Grey, Uli Veigel.

Zu den geplanten Werbemitteln gehören Anzeigen in Printmedien sowie TV-Werbung, Plakat und Kino. "Wichtig ist, dass wir Leser und vor allem Nichtleser der Zeitungen erreichen", betonte Fuhrmann.

Entlassungen und Fusionen

Weitere Einzelheiten wollte der BDZV-Sprecher mit Hinweis auf die noch anstehenden Entscheidungen der Verbandsgremien nicht nennen. Die Pläne für die Kampagne seien aber im Vorfeld vom BDZV-Präsidium, den Landesverbänden und den Delegierten einhellig begrüßt worden.

Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Schließung der "Financial Times Deutschland" und der Insolvenz der "Frankfurter Rundschau" waren in den vergangenen Wochen Warnungen über weitere Entlassungen, Fusionen und Redaktionsschließungen in Verlagen laut geworden.

Mit einem Werbeumsatz von 3,55 Milliarden Euro waren die Zeitungen 2011 nach dem Fernsehen der zweitgrößte Werbeträger. Die verkaufte Auflage lag im dritten Quartal 2012 bei 23 Millionen Exemplaren, 3,5 Prozent weniger als im gleichen Quartal des Vorjahres.

Quelle: n-tv.de

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