Wirtschaft
Zitterstart ins neue Jahr: Mit goldenen Sparbüchsen begrüßt eine Einkaufsmeile in Binzhou die Kundschaft.
Zitterstart ins neue Jahr: Mit goldenen Sparbüchsen begrüßt eine Einkaufsmeile in Binzhou die Kundschaft.(Foto: REUTERS)

China stützt Yuan und Aktienhandel: Zentralbank pumpt Geld in den Markt

Der Ausverkauf an den asiatischen Aktienmärkten ruft die Währungshüter in Peking auf den Plan. Mit einer energisch dosierten Geldspritze versucht China, die Wogen an den Börsen zu glätten. Wird die eilig angesetzte Maßnahme ausreichen?

Weit geöffnete Geldschleusen soll die Abwärtsfahrt an den Börsen stoppen: Die chinesische Zentralbank bemüht sich, die nervösen Investoren nach den Kursverlusten zum Jahresauftakt mit kurzfristigen Liquiditätsgeschäften zu beruhigen.

Wie am Morgen bekannt wurde, pumpt die chinesische Notenbank People's Bank of China (PBoC) frische Mittel im Umfang von umgerechnet 19,9 Milliarden US-Dollar (rund 19 Milliarden Euro) in Form von siebentägigen "Reverse Repos" mit einem Zinssatz von 2,25 Prozent in den Markt.

Die Zentralbank zielt laut eigener Mitteilung mit dieser Maßnahme darauf ab, die Liquidität am Markt zu erhöhen. Nach Einschätzung von Beobachtern ist dies das größte Reverse-Repo-Geschäft der Zentralbank seit September vergangenen Jahres.

Zusätzlich zur Geldspritze griff die chinesische Zentralbank nach Angaben aus Marktkreisen offenbar auch am Devisenmarkt ein, um ein weiteres Abrutschen des Yuan zu verhindern. Die PBoC habe einige der größten Staatsbanken als Handelsagenten mit dem Kauf von Yuan und dem Verkauf von US-Dollar beauftragt, bestätigten Insider. Der Dollar wurde für 6,5199 Yuan gehandelt, etwas niedriger als zu Handelsschluss am Montag mit 6,5338 Yuan.

Die Pekinger Regierung bringt damit nach dem Börsenbeben am Montag eine breite Palette von Instrumenten zum Einsatz. In einem seltenen Schritt veröffentlichte die Finanzregulierungsbehörde am Dienstag mehrere Erklärungen, um die Sorgen an den Märkten vor einer erwarteten Angebotsschwemme bei Aktien zu beruhigen, ebenso wie vor der Einführung von neuen Handelslimits für Börsenindizes.

Am Montag war die Börse in Schanghai am ersten Handelstag des Jahres 2016 so stark abgestürzt, dass das Geschäft vorzeitig beendet werden musste. Der chinesische Leitindex fiel um 7 Prozent. Auch die Nachbarbörsen rutschten stark ab. In Japan ging es um 3 Prozent nach unten. Am Tag nach den heftigen Kursverlusten zeichnet sich an den asiatischen Handelsplätzen eine vorsichtige Stabilisierung ab.

Neu sind die Sorgen der Anleger allerdings nicht: Vor allem die Unsicherheit um die Konjunktur in China habe die Stimmung belastetet und mit zu dem Ausverlauf beigetragen. Verstärkt wurde die Bewegung durch die Abwärtsfahrt des Yuan. Chinas Notenbank legte den Referenzkurs des Yuan zum Dollar so niedrig fest wie zuletzt 2011.

Quelle: n-tv.de

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