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Größtes IPO seit Google: Zynga stolpert an die Börse

Die Bereitschaft von Millionen Nutzern, in Spielen wie "Farmville" für virtuelle Traktoren oder Häuser zu zahlen, bringt dem Anbieter Zynga bei seinem Börsengang eine echte Milliarde Dollar ein. Allerdings läuft das IPO alles andere als glatt. Der Aktienkurs bwegt sich unterhalb des Ausgabepreises von zehn US-Dollar.

Der Onlinespiele-Entwickler Zynga hat mit seinem Börsendebüt viele Anleger enttäuscht. Zwar konnte das Unternehmen bei Investoren eine Milliarde Dollar einnehmen, und ihm gelang damit der größte US-Börsengang eines Internetunternehmens seit dem IPO von Google. Doch der Aktienkurs fiel nach einem anfänglichen Plus von zehn Prozent im Laufe des Tages unter den Ausgabekurs von zehn Dollar.

Wegen des großen Interesses in den vergangenen Wochen hatten Analysten erwartet, dass sich der Preis darüber halten wird. Viele Investoren sehen aber die Wachstumsaussichten der Firma und die Abhängigkeit von Facebook skeptisch.        

Zynga-Chef Mark Pincus erklärte, sein Unternehmen bereue den Börsengang trotzdem nicht. Zynga sei schon immer langfristig orientiert gewesen. Er hoffe, dass der Aktienmarkt die Ergebnisse des Unternehmens in ein bis zwei Jahren zu schätzen wisse, sagte Pincus.

Der Anbieter von Spielen wie "CityVille" oder "FarmVille" und Konkurrent von Electronic Arts konnte seine 100 Millionen Aktien am oberen Ende der Spanne zum Preis von je zehn Dollar verkaufen. Zynga ist der größte Anbieter von Spielen bei Facebook. Auch das soziale Netzwerk will im kommenden Jahr an die Börse. Mit dem IPO wird Zynga mit 8,9 Milliarden Dollar bewertet.     

Schwacher Nexon-Börseneinstand

Von Zynga stammen vier der fünf beliebtesten Spiele auf Facebook. Die Spiele selbst sind kostenlos. Zynga verdient daran, den Spielern virtuelle Teile wie Traktoren oder Waffen zu verkaufen. Facebook erhält 30 Prozent der Umsätze. 

Auch in Deutschland stößt der Börsengang auf großes Interesse. Die dominierenden Onlinespiele-Anbieter Wooga und Bigpoint erhoffen sich von Zynga Hinweise darauf, ob sich für sie ein Börsengang lohnt. Der südkoreanische Zynga-Konkurrent Nexon verpatzte hingegen seinen Börseneinstand in Tokio. Die Aktie fiel unter den Ausgabepreis. Das asiatische Unternehmen erlöste dabei 1,2 Milliarden Dollar. Google erlöste im Jahr 2004 rund 1,9 Milliarden Dollar.

Quelle: n-tv.de

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