Sorgen um Finanzkraft SpaniensAsien-Börsen verlieren

Die Eurokrise macht auch vor den asiatischen Börsen nicht halt. Nikkei und Co. geben deutlich nach, nachdem am Markt Sorgen über die finanzielle Situation Spaniens aufkommen. Die Kurse fallen auf breiter Front.
Erneute Sorgen über die europäische Schuldenkrise haben zu Wochenbeginn an den asiatischen Aktienmärkten zu Kursverlusten geführt. Auslöser waren zunehmende Zweifel an der Finanzkraft Spaniens, nachdem am Freitag die Renditen der Staatsanleihen des Landes ebenso wie die Kosten für spanische Kreditausfallversicherungen deutlich angezogen hatten. "Europa wird für den Markt in dieser Woche der Brennpunkt sein, vor allem die Ergebnisse der Bond-Auktion in Spanien", sagte Choi Chang Ho von Shinhan Investment & Securities.
Am Donnerstag begibt das Land zwei- und zehnjährige Staatsanleihen. Die Emission gilt als weiterer Test für das Vertrauen der Investoren in das Land. Spanien steht wegen seines hohen Staatsdefizits und des angeschlagenen Bankensektors im Fokus, will die Krise jedoch ohne Hilfe von außen stemmen. Auch die EU stuft das Land nicht als Kandidaten für Rettungshilfen ein. Zuletzt hatte die Europäische Zentralbank (EZB) dem Land Beistand signalisiert, um Spanien aus der Schusslinie der Märkte zu nehmen.
Auch der Euro reagierte mit Kursverlusten: Die europäische Gemeinschaftswährung sank auf rund 1,3015 Dollar von zuletzt 1,3075 Dollar im späten US-Geschäft am Freitag.
In Tokio beendete der 225 Werte umfassende Nikkei-Index den Handel 1,7 Prozent schwächer bei 9470 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index fiel 1,4 Prozent auf 803 Zähler.
Händler sagten, Anleger ließen vor allem Werte mit einer starken Verbindung nach Europa fallen. So lagen die Papiere des Elektronikkonzerns TDK, der viel nach Europa exportiert, fast 4 Prozent im Minus. Die Anteilsscheine von Konika Minolta gaben ebenfalls fast 5 Prozent nach und die von Nikon um gut zwei Prozent.
Auf den Verkaufszetteln standen auch Aktien der großen japanischen Finanzwerte, wie Mitsubishi UFJ Financial, Sumitomo Mitsui Financial und Mizuho Financial Group.
Verluste auf breiter Front
Der Tokioter Nikkei-Index hat seit Anfang April bereits fast 6 Prozent eingebüßt. Im ersten Quartal hatte er dagegen um mehr als 19 Prozent zugelegt. Dies war die stärkste Rally im Zeitraum Januar bis März seit 24 Jahren. Einige Analysten sagten, die jüngste Markttrends seien zum Großteil von Hedgefonds getrieben. "Die Kurse haben sich deutlich bewegt, aber die Volumina sind dabei nicht gestiegen", sagte Koichiro Kamei von Market Strategy Institute in Tokio. "Dies spiegelt typischerweise das Verhalten von Fonds wider, die bestimmte Marktniveaus in dünnem Handel anvisieren, um einen kurzfristigen Trend zu schaffen und ihre Gewinne zu maximieren", sagte er.
Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Taipeh und Singapur verbuchten Kursverluste. An den chinesischen Börsen in Hongkong und Shanghai überwogen ebenfalls die negativen Vorzeichen.
Auch die Wall Street präsentierte sich zuletzt so schwach wie seit langem nicht mehr: Sie hat ihre schlechtesten zwei Wochen hinter sich seit November. Mit Spannung blicken Anleger nun auf die anstehende Bilanzsaison: Diese Woche legen allein in den USA 86 Firmen ihre Ergebnisse vor.