Wirtschaft
(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Konjunktursorgen belasten Börsen: "Bad news" treffen US-Anleger

Von Kauflaune ist an der New Yorker Börse nichts zu spüren. Stattdessen regiert die Angst vor einer Wirtschaftskrise. Diese wird durch frische Konjunkturdaten aus Deutschland, der ökonomischen Lokomotive der Eurozone, befeuert.

Die Enttäuschung über die rückläufige Industrieproduktion in Deutschland hat sich am Dienstag auch auf die US-Börsen niedergeschlagen. Zuvor hatten sich bereits die Anleger in Europa verstört gezeigt. Experten nannten die Zahlen ein weiteres Zeichen für ein schwaches wirtschaftliches Umfeld. Auf den Märkten lastete zudem die Ausbreitung der Ebola-Seuche und der Vormarsch der radikalen Islamisten in Syrien.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 16.719 Punkten 1,6 Prozent im Minus. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1935 Zählern 1,5 Prozent tiefer aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq verlor knapp 1.6 Prozent und schloss bei 4385 Punkten. In Frankfurt war der Dax mit 9086 Punkten 1,3 Prozent schwächer aus dem Handel gegangen.

Die deutschen Unternehmen hatten ihren Ausstoß im August um vier Prozent gedrosselt und damit so stark wie seit Januar 2009 nicht mehr. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang von 1,5 Prozent gerechnet. In das Bild vom schwachen Umfeld passten die Aussagen des Internationalen Währungsfonds (IWF), wonach die Konjunktur in Deutschland sowie der gesamten Eurozone schwächelt. "Deutschland verliert langsam an Fahrt und es war die Lokomotive der europäischen Wirtschaft", sagte Ken Polcari von O'Neill Securities. "Die Investoren sind darüber nicht glücklich."

Von Alcoa bis Sodastream

Die Agenda der US-Konjunkturdaten war erneut leer. Mit Spannung werde auf die am Mittwoch anstehende Veröffentlichung des Fed-Protokolls der jüngsten Sitzung der Notenbank geschaut und ob sich daraus weitere Hinweise auf einen Termin für eine erste Zinserhöhung der US-Notenbank ableiten lassen, hieß es.

Mit Spannung warteten die amerikanischen Händler auf die Eröffnung der Bilanzsaison am Mittwochabend. Wie üblich wird dies der Aluminiumproduzent Alcoa tun, dessen Aktien am Dienstag minimal im Minus lagen.

Zu den größten Verlierern gehörten die Aktien von Sodastream mit einem Minus von mehr als 22 Prozent. Der Hersteller von Wassersprudlern blieb mit seinem vorläufigen Umsatz im dritten Quartal weit hinter den Erwartungen des Marktes. Grund sei das schlechte Geschäft in den USA.

Amazon gaben 1,6 Prozent nach. Die Europäische Kommission schaut sich die Steuernachlässe des Internethändlers in Luxemburg näher an. Die Behörde hat eine eingehende Untersuchung zu den Steuervergünstigungen eingeleitet, die Amazon 2003 von den Luxemburger Behörden eingeräumt wurden. Bei den Vereinbarungen könne es sich um illegale Staatshilfen für den US-Konzern handeln, teilte sie mit. Die Kommission könnte Luxemburg in der Folge auffordern, die Nachzahlung von Steuern zu verlangen.

Nach dem Kursdesaster der Aktie von GT Advanced Technologies am Montag ging es nun 66 Prozent aufwärts. Allerdings hat die Aktie zu Wochenbeginn über 90 Prozent ihres Wertes eingebüßt, nachdem bekannt geworden war, dass das Unternehmen Gläubigerschutz beantragt hatte. Hintergrund ist, dass Apple nicht die Saphirgläser von GT Advanced für seine neuen iPhones verwenden wird.

General Motors verloren 5,7 Prozent. Der Autobauer will 7600 Polizei-Fahrzeuge vom Typ Chevrolet Caprice wegen Sicherheitsmängeln zurückrufen. Es ist die 75. Rückruf-Aktion des Unternehmens in diesem Jahr.

Quelle: n-tv.de

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