Wirtschaft
Wird die deutsche Konjunktur zur Baustelle? Die Anzeichen verdichten sich.
Wird die deutsche Konjunktur zur Baustelle? Die Anzeichen verdichten sich.(Foto: picture alliance / dpa)

Daumen zeigt nach unten: Nimmt die Wirtschaft Kurs auf eine Krise?

Ukraine, Syrien, IS-Terror: Die Krisen schlagen immer deutlicher auf die deutsche Wirtschaft durch. Es mehren sich Stimmen, die auch für das dritte Quartal eine BIP-Minus erwarten. Angesichts der beginnenden Berichtssaison steigt die Spannung.

Deutschland steuert auf wirtschaftlich schwierige Zeiten zu. Im August brach die Produktion der Unternehmen so kräftig ein wie seit dem Höhepunkt der Finanzkrise Anfang 2009 nicht mehr. Selbst eine Rezession ist nicht mehr ausgeschlossen, nachdem das Bruttoinlandsprodukt schon im zweiten Quartal geschrumpft ist. Nachfolgend eine Übersicht, was alles auf einen Abschwung hindeutet:

Manager

Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen trübte sich im September bereits den fünften Monat in Folge ein und ist nun so schlecht wie seit knapp anderthalb Jahren nicht mehr, fand das Münchner Ifo-Institut in seiner Umfrage unter 7000 Managern heraus. In allen großen Branchen verschlechterte sich das Klima - vom Handel über den Bau bis hin zu den Dienstleistern und der Industrie. "Der deutsche Konjunkturmotor läuft nicht mehr rund", sagt Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Börsianer

Sanktionen gegen Russland, Konjunkturflaute in Europa: Angesichts der Vielzahl von Risiken schätzen Börsenprofis die Aussichten für die deutsche Wirtschaft so schlecht ein wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Das Barometer für ihre Konjunkturerwartungen fiel im September bereits den neunten Monat in Folge, fand das Zentrum für Europäische Zentrum für Wirtschaftsforschung (ZEW) bei seiner Umfrage unter Anlegern und Analysten heraus.

Konsumenten

Die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten drücken immer stärker auf die Kauflaune der deutschen Verbraucher. Ihre Stimmung trübte sich im Oktober den zweiten Monat in Folge ein, sagten die GfK-Marktforscher zu ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern. Diese blicken skeptischer auf die Konjunktur und ihre künftigen Finanzen. Zudem lässt ihre Bereitschaft nach, teure Güter wie Möbel oder Fernseher zu kaufen.

Aufträge

Der deutschen Industrie sind die Aufträge im August so stark weggebrochen wie seit fünfeinhalb Jahren nicht mehr. Die Bestellungen fielen um 5,7 Prozent zum Vormonat. Ein Grund dafür waren die späten Schulferien. Aber auch ohne diesen Effekt entwickelten sich die Aufträge "angesichts der zögerlichen Wirtschaftsentwicklung im Euroraum und der Verunsicherung der Wirtschaft durch die geopolitischen Ereignisse insgesamt schwach", teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.

Produktion

Die Industrie drosselt ihre Produktion im August überraschend kräftig. Laut Statistischem Bundesamts sank sie auf Monatssicht um 4,0 Prozent. Volkswirte hatten indes nur mit einem Rückgang um 1,5 Prozent gerechnet. Zudem korrigierte die Behörde den vorläufig für Juli gemeldeten Produktionsanstieg von 1,9 auf 1,6 Prozent. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums trug die späte Lage der Sommerferien zwar erheblich zur Schwäche bei.

Quelle: n-tv.de

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