Wirtschaft
Bullen machen sich bereit, die Anleger an der Frankfurter Börse freut's.
Bullen machen sich bereit, die Anleger an der Frankfurter Börse freut's.(Foto: REUTERS)

Versöhnlicher Wochenabschluss: Dax atmet tief durch

Die Börsen scheinen derzeit kaum zu erschüttern. Während das Wachstum in Asien und in Europa an Fahrt verliert und schwache US-Konjunkturdaten dem strengen Winter zugeschrieben werden, liegen viele Aktien-Indizes in der Nähe ihrer Jahreshochs.

Zwei Schritte vor, drei zurück: Auch nach dem kleinen Verfall an den Terminmärkten findet der Dax keine eindeutige Richtung. Der deutsche Leitindex rückte zunächst um 0,5 Prozent vor, fiel dann aber knapp ins Minus und schloss schließlich 0,3 Prozent fester bei 9656 Punkten. Der MDax legte 0,3 Prozent auf 16.768 Zähler zu, während der TecDax 0,3 Prozent auf 1265 Punkte gewann.

Um 13 Uhr waren Optionen auf Indizes und einzelne Aktien verfallen. Anleger versuchten daher, die Kurse derjenigen Aktien, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. "Erst mit der Eröffnung der US-Märkte können wir wieder mit frischen Impulsen rechnen", sagte ein Händler.

Derweil präsentierten sich die Indizes robust - und das, obwohl es zur Wochenmitte noch nach einer deutlichen Stimmungseintrübung ausgesehen hatte. Am Spannungsfeld zwischen Schwellenländerproblematik, schwankenden Konjunkturdaten und zurückhaltenden Unternehmensausblicken habe sich kaum etwas geändert, resümieren die Marktexperten der LBBW. Jens Klatt, Chefanalyst von DailyFX, begründet die aktuelle Lethargie mit dem Treffen der 20 weltgrößten Wirtschaftsnationen  am Wochenende. Der Markt erhoffe sich auf dem Gipfel Aussagen zu den Problemen der Schwellenländer und ihrer attackierten Währungen, sagte Klatt. Deshalb nähmen viele Investoren im Vorfeld eine abwartende Haltung ein.

Einige Investoren setzten trotz der zuletzt eher enttäuschenden US-Konjunkturdaten auf eine kräftige Erholung der amerikanischen Wirtschaft, so ein Börsianer. Doch andere bleiben skeptisch: "Nach dem starken Anstieg in der ersten Februarhälfte ist der Markt auf den neuen Hochs wieder mal nur schwer zu greifen. Die Bewegungen sind kaum plausibel zu begründen", sagt ein Händler mit Blick auf die starken Kursverluste und die darauf folgende Erholung im Wochenverlauf.

Auf der anderen Seite fehlt allerdings auch die Begründung, sich massiv von Aktien zu trennen. Zum einen fließt ständig Geld nach Europa, das angelegt werden will. Seit nunmehr 33 Wochen in Folge dränge Liquidität in die europäischen Aktienmärkte, heißt es von der Commerzbank. Zum anderen finden Aktien immer mehr Fans bei Investoren, die eine sichere Rente erwirtschaften wollen. Da zehnjährige Bundesanleihen nur 1,67 Prozent abwerfen und selbst italienische Bonds nur 3,61 Prozent liefern, bieten Aktien-Investments eine gute Alternative.

Von Großkopferten und Kleinen

Bei den Einzelwerten schauten die Anleger auf den Autokonzern Daimler, der seinen Geschäftsbericht 2013 am Vormittag vorgestellt hat. Die Papiere gewannen 1,2 Prozent.

Daneben rückten auch Lufthansa und Fraport in den Fokus, da das Sicherheitspersonal am Frankfurter Flughafen seit 2.00 Uhr seine Arbeit niedergelegt hat. Beide Aktien schlossen nahezu unverändert.

Henkel verbilligten sich um 0,2 Prozent und setzten damit ihre Talfahrt fort. Die Aktien hatten bereits am Donnerstag Federn gelassen, weil der Konsumgüterkonzern 2014 aufgrund der Währungsturbulenzen in den Schwellenländern nur mit einem minimalen Anstieg seiner Gewinnmarge rechnet.

SGL Carbon rutschten im MDax um 3.9 Prozent ab. Der harte Preiskampf hat den Spezialgrafit-Hersteller im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen getrieben. "Alles in allem hat SGL eine weitere Enttäuschung geliefert", so ein Händler. "Vor allem der Ausblick liefert keine Fantasie", ergänzt er. "Der hohe Verlust hat überrascht - zumal vor ein paar Tagen alles noch so gut aussah", sagte ein anderer Händler. Zu Wochenbeginn war bekannt geworden, dass SGL und BMW Insidern zufolge die Produktion in ihrem Karbonfaser-Gemeinschaftsunternehmen verdoppeln wollen. Die Aktien schossen daraufhin um 12,7 Prozent in die Höhe.

Auch Pfeiffer Vacuum musste nach der Vorlage des Geschäftsberichts Kursverluste hinnehmen. Die Aktien büßten im TecDax 2,2 Prozent ein. In einem saisonal schwachen vierten Quartal habe sich das Unternehmen allerdings gut geschlagen, sagte ein Händler. "Umsatz und Ebit liegen leicht über unseren Schätzungen."

Quelle: n-tv.de

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