Wirtschaft
Heute wird nur geschnüffelt.
Heute wird nur geschnüffelt.(Foto: Pixelio/Marianne J.)

Ab durch die 9400: Dax bleibt in der Spur

Nichts kann ihn stoppen: Der deutsche Leitindex kennt selbst kurz vor dem Thanksgiving-Wochenende nur eine Richtung. Dabei lässt er auch die nächste Hundertermarke hinter sich. Enttäuschende Einzelhandelsumsätze verpuffen.

Ungeachtet des langen Wochenendes in den USA brechen sich die deutschen Standardwerte Bahn. Die Marke von 9400 Punkten ist überwunden. Der Dax schloss sogar oberhalb der Marke mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent bei 9405 Zählern. Einmal mehr ging der Leitindex auf einem Rekordstand aus dem Handel. Der MDax legte 0,3 Prozent auf 16.334 Stellen. Der TecDax kletterte um 0,3 Prozent auf 1155 Punkte. Der Euro-Stoxx-50 sank um 0,2 Prozent auf 3.087 Zähler.

Marktteilnehmer hatten eher mit einem ruhigen Wochenausklang mit ein paar Gewinnmitnahmen gerechnet. Die meisten US-Händler haben den Tag freigenommen, um mit dem rituellen "Black Friday" den Start in die Weihnachts-Shopping-Saison zu feiern. Am US-Aktienmarkt endet der Handel nach einer verkürzten Sitzung schon am frühen Abend.

Umsatzminus für Einzelhandel

Zuvor hatte diesseits des Atlantiks das überraschende Umsatzminus der deutschen Einzelhändler für etwas Ernüchterung am Aktienmarkt gesorgt. Die Einzelhandelsdaten schürten Sorgen vor einem etwas schleppenden Weihnachtsgeschäft, sagte Markus Huber, Händler beim Brokerhaus Peregrine & Black. Die Umsätze sanken im Oktober um 0,4 Prozent zum Vormonat und damit bereits zum zweiten Mal in Folge.

Der erneute Rückgang des Konsums in Deutschland sei besorgniserregend, sagte auch Aktienhändlerin Anita Paluch von der Varengold Bank. "Es ist aber noch zu früh, um von einem Trend zu sprechen." Schließlich würden die Zahlen meist nachträglich revidiert. Außerdem könnte die geplante Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns die deutsche Binnennachfrage mittelfristig stärken. Trotz der schwachen Daten blieb die 9400-Punkte-Marke im Dax aber zum Greifen nahe.

Wie es um die Weihnachtseinkäufe in den USA bestellt ist, wird der "Black Friday" zeigen, er ist für die Händler der wichtigste Verkaufstag im Jahr. In den darauffolgenden Wochen bis Weihnachten macht der US-Einzelhandel fast ein Drittel der Jahresumsätze und rund die Hälfte der Gewinne.

Top-Gewinner K+S

Im Dax beendeten K+S den Tag mit den größten Aufschlägen. Die Papiere verteuerten sich um 6,1 Prozent auf 20,59 Euro. Das fundamentale Umfeld bei K+S bleibt zwar weiterhin unsicher. Das Unternehmen rechnet selbst aber mit einer Stabilisierung der Kali-Preise und mit einem profitablen Geschäft 2014, wie der Vorstand auf einer Roadshow mitteilt. Das Unternehmen beendet danach auch die Kurzarbeit im Werk Unterbreizbach.

Lanxess setzten als einer der Jahresverlierer im DAX ihre Erholungsrally und zogen 1,9 Prozent an. Commerzbank erhöhten sich um 1,6 Prozent. in positiver Kommentar der UBS zu Europas Banken stützte den Sektor. Die Titel der Deutschen Bank verbesserten sich um 1,1 Prozent auf 35,49 Euro.

Die Versorger kamen von ihren Gewinne wieder etwas zurück: RWE notierten 0,4 Prozent fester. Presseberichten zufolge will der Versorger die Gehälter von insgesamt 16.000 Mitarbeitern nicht erhöhen. Damit soll ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart werden.

Eon drehten nach einem Interview mit Vorstand Leonhard Birnbaum ins Minus, gingen letztlich aber unverändert ins Wochenende. Der Energiekonzern hat große Ziele für den Bereich dezentrale Energien.

Die größten Verluste mussten Siemens hinnehmen. Die Aktie verlor 1,1 Prozent und damit ebenso viel wie das SAP-Papier.

In der zweiten Reihe gewannen Fuchs Petrolub 3,5 Prozent auf 68,58 Euro. Symrise zogen um 2,5 Prozent an.

Abwärts ging es für Duerr, die 2,5 Prozent nachgaben. DMG Mori Seiki büßten 1,8 Prozent ein.

Quelle: n-tv.de

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