Wirtschaft
Keine Gewinnmitnahmen am Gründonnerstag: Der Dax steuert zuversichtlich in die verkürzte Handelswoche.
Keine Gewinnmitnahmen am Gründonnerstag: Der Dax steuert zuversichtlich in die verkürzte Handelswoche.(Foto: picture alliance / dpa)

Pharma-Werten wachsen Flügel: Dax erfreut sich an US-Daten

Die positiven Zahlen aus der US-Berichtssaison geben dem Frankfurter Aktienmarkt Schub. Übernahme-Phantasien beflügeln vor allem Pharma-Werte. Händler zweifeln aber, ob der Aufschwung von Dauer sein wird.

Die Hoffnung auf eine positive US-Bilanzsaison hat dem Dax am Dienstag einen hervorragenden Handelstag beschert. Der deutsche Leitindex startete nach der Osterpause 2,0 Prozent fester bei 9600,09 Punkten. Der MDax gewann 1,4 Prozent auf 16.372,55 Zähler. Der TecDax rückte 2,4 Prozent auf 1224,14 Punkte vor.

In dieser Woche lassen sich Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe in Deutschland in ihre Bücher schauen. Unter anderen legen Catoil und Comdirect ihre Zahlen vor. Villeroy & Boch ist bereits stark ins Jahr 2014 gestartet und erfreute die Anleger mit einer Gewinnsteigerung von mehr als 25 Prozent. Die Titel legten im SDax 1,5 Prozent zu.

"Rund drei Viertel der Quartalsberichte aus den USA sind bislang besser ausgefallen als erwartet", meinte ein Händler. Auffällig und kursstützend sei auch, dass es am Donnerstag vor dem langen Osterwochenende trotz der Unsicherheiten mit Blick auf die Genfer Ukraine-Konferenz keine Gewinnmitnahmen gegeben habe. "Das deutet auf einen momentan starken Markt hin."

Übernahme-Fantasie im Pharmasektor

Der Umbau von Novartis sowie ein Medienbericht über eine mögliche Übernahme von AstraZeneca durch Pfizer beflügelten vor allem Pharma-Titel. "Die Übernahmefantasien sind wieder da", sagte ein Börsianer. Spitzenreiter bei den europäischen Pharmawerten war AstraZeneca mit einem Kursplus von bis zu 8,5 Prozent.  Der "Sunday Times" zufolge hat der US-Konzern Pfizer 100 Milliarden Dollar für AstraZeneca geboten. Der britische Pharmakonzern habe die Offerte jedoch abgelehnt. Keines der beiden Unternehmen wollte sich zu diesem Thema äußern. Bayer-Aktien waren größter Dax-Gewinner und legten 4,0 Prozent zu. Im MDax gewannen Stada 4,2 Prozent. Auch die Titel von Merck gehörten mit einem Plus von 3,7 Prozent zu den größten Gewinnern im Dax.

Zusätzlich angeheizt wurden die Übernahmefantasien durch die milliardenschweren Zu- und Verkäufe von Novartis. Die AKtien des des Schweizer Pharmakonzerns gewannen in Zürich 2,3 Prozent und waren so teuer wie zuletzt im November 2006. Novartis will den Geschäftsbereich Tiergesundheit an den US-Wettberwerber Eli Lilly und die Sparte Impfstoffe an den britischen Konzern GlaxoSmithKline (GSK) verkaufen. Mit GSK will Novartis zudem ein Joint Venture für nicht verschreibungspflichtige Medikamente gründen. Darüber hinaus übernehme Novartis von Glaxo für 14,5 Milliarden Dollar die Rechte an Krebsmitteln. Die in London gelisteten GlaxoSmithKline-Titel stiegen in der Spitze um fünf Prozent.

Wie lange hält die gute Stimmung?

Einige Börsianer zweifelten aber daran, dass die gute Stimmung an den Aktienmärkten anhalten wird. Vor allem die Ungewissheit über den Verlauf der aktuellen Berichtssaison und die Ukraine-Krise sollten die Kurse nicht allzu sehr in den Himmel steigen lassen, prognostizierte LBBW-Analystin Antje Laschewski in einem Kommentar.    

Bislang hielt sich die Freude über die Bilanzen der europäischen Unternehmen eher in Grenzen. Am Dienstag enttäuschte vor allem Philips mit seinen Quartalszahlen. Der operative Gewinn brach im ersten Quartal um 22 Prozent auf 314 Millionen Euro ein. Der Umsatz ging um 4,5 Prozent auf fünf Milliarden Euro zurück. Die Aktien des Elektronikkonzerns fielen in Amsterdam um rund 4,7 Prozent.

Ein Bericht der "Financial Times" machte dem Bankensektor Beine: Demzufolge könnten Unicredit und Intesa Sanpaolo notleidende Kredite bündeln und an KKR verkaufen. Das dürfte die Aktien der beiden italienischen Banken stützen, erklärte ein Händler. "Auch für die Commerzbank wäre das eine positive Nachricht", sagte ein Händler. Die Commerzbank schiebe nach wie vor in größerem Ausmaß "wackelige" Kredite vor sich her. Commerzbank-Aktien legten 1,7 Prozent zu. Die Titel der Deutschen Bank rückten 1,2 Prozent vor. Allerdings wurden die Papiere von einer Herunterstufung durch die UBS belastet. Die Analysten setzten die Titel herunter auf "Neutral".

Quelle: n-tv.de

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