Wirtschaft
Die Kurse der Dax-Unternehmen kletterten am Montag einmütig ins Plus.
Die Kurse der Dax-Unternehmen kletterten am Montag einmütig ins Plus.(Foto: REUTERS)

Freitagsverlust fast vergessen: Dax ist zurück in der Erfolgsspur

Es ist der Tag der Aufholjagd für den Dax - schließlich gilt es, die Verluste vom Freitag wieder wettzumachen. Zwar ist die Marke von 9300 noch nicht wieder erreicht. Aber auf breiter Front fahren die wichtigsten Werte am Montag Kursgewinne ein.

Der Dax hat sich nach Verlusten am Freitag wieder kräftig erholt. Mit Schwung war deutsche Leitindex in den Handelstag gestartet und hatte in den ersten Minuten kräftig zugelegt. Nach einer kleinen Delle gegen Mittag festigte sich der Zuwachs am frühen Nachmittag und stieg bis Handelsschluss weiter leicht an.

Händler hatten mit Blick auf den Kurssturz in der letzten Handelsstunde am Freitag bereits mit einem freundlichen Wochenauftakt gerechnet. Und so kam es dann: Auch wenn es zu dem Kurshoch vom Freitag noch ein bisschen hin ist.

So schloss der Dax 1,68 Prozent fester bei 9245 Punkten. Der MDax zieht um 1,10 Prozent auf 15.848 Punkte an. Beim TecDax steht ein Plus von 1,83 Prozent auf 1211 Punkte zu Buche.

Keine Fortschritte hat das Außenministertreffen in Berlin gebracht. Die weiter erbittert geführten Kämpfe zwischen ukrainischen Soldaten und prorussischen Rebellen machen wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende der Krise. "Das schwierige Fahrwasser für die Börsen wird noch einige Zeit anhalten", erwartete ein Händler. Eventuelle Nachrichten über neue Kriegshandlungen in der Ukraine dürften auch in den kommenden Tagen für einen erneuten Abverkauf am deutschen Aktienmarkt sorgen. Wichtig wäre dabei, dass die Jahrestiefs im Bereich 8900 bis 8920 Punkte nicht unterschritten würden.

Ansonsten war die Nachrichtenlage dünn. Die Berichtssaison hat ihren Höhepunkt hinter sich und konjunkturseitig stehen für diese Woche nur Daten aus der zweiten Reihe an. Vieles spricht dafür, dass der volatile Handel zwischen Risk-On und -Off an der Börse weitergeht.

Continental und Tui sind gefragt

Deutlich nach oben ging es für die Commerzbank-Aktie. "Positiv sind klar die Aussagen zu der Margenentwicklung im Bereich Private-Banking zu werten", sagte ein Händler zum Börsenstart. Dabei bezog sich der Händler auf Aussagen von Gustav Holtekemper, Bereichsvorstand Wealth Management bei der Commerzbank, in der "Börsenzeitung". Nach einer jahrelangen Abwärtsspirale bei der Margenentwicklung sieht Holtekemper nun einen Boden erreicht. In jüngster Zeit hätten sogar höhere Sätze bei den Kunden durchgesetzt werden können. Die Aktie schloss mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent.

Der größte Abräumer im Dax war die Aktie des Automobilzulieferers Continental: Das Papier machte einen Sprung um 3,3 Prozent. Die Aktie von Fresenius Medical Care, dem weltweit führenden Anbieter von Dialyseprodukten, legte am Schluss um 2,3 Prozent zu.

Ausgespurtet wurde sie jedoch unter anderem von ThyssenKrupp - das Papier des Stahl- und Technologieunternehmens stieg um 2,6 Prozent. Zwischenzeitlich stark war die Aktie der Lufthansa AG mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent - am Ende blieben aber doch nur 1,5 Prozent Zuwachs übrig. Drittstärkster Gewinner am Montag war das Papier von K+S, das um 2,4 Prozent zulegte.

Nicht so stark profitieren von dem allgemeinen Aufwärtstrend konnte die Aktie des Rückversicherers Münchener Rück - das Papier machte lediglich ein Plus von 0,4 Prozent und bildete damit das Schlusslicht der 30 Dax-Werte. Vorletzter wurde die Aktie des Eon-Konzerns, die lediglich 0,5 Prozent hinzugewinnen konnte.

Zu einem Gewinner im MDax gehörte der Kurs des Reiseunternehmens Tui. Die Händler reagierten positiv auf die Ankündigung von Konzernchef Friedrich Joussen, mehr als 100 der rund 650 Tochterfirmen zum Verkauf zu stellen. Die Aktie ging um 2,1 Prozent nach oben. Es war der zweite kräftige Kursgewinn für Tui innerhalb weniger Tage - bereits nach der Bekanntgabe des Quartalsergebnisses vergangenen Donnerstag ging es nach oben. Am stärksten im MDax zeigte sich jedoch das Papier des Metallhändlers Klöckner & Co, das um 3,1 Prozent zulegte.

Händler glauben an Nordex

Anleger zeigten sich bei Nordex optimistisch. Für Kursgewinne sprächen zwei Gründe, sagte ein Händler. Zum einen habe die Aktie nach Vorlage der Zahlen am Freitag zu den größten Verlierern am deutschen Aktienmarkt gehört und habe damit Erholungspotenzial. Zum anderen habe Vorstandschef Jürgen Zeschky gesagt, dass das Unternehmen weitere Länder erschließen wolle. "Damit hält Zeschky die Wachstumsstory für seine Aktionäre am Leben", sagte der Händler. Steil nach oben ging es dann auch am Montag: Die Aktie schloss mit 7,8 Prozent im Plus. Das war der TecDax-Rekord-Anstieg an diesem Handelstag.

Die Händler honorierten zudem den Einstieg von United Internet bei Rocket Internet. Der Wert des Papiers stieg am Montag um 3,8 Prozent auf 32,36 Euro. Die Aktie gehört damit zu den Top-Werten im TecDax. DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger zeigte sich am Vormittag noch überrascht über den starken Einstieg. Einerseits bestehe zwar eine klare Logik darin, eigene Assets in den IPO-Kandidaten einzubringen und die Kooperation mit den Samwer-Brüdern zu intensivieren. Anderseits investiere United damit in einen Minderheitsanteil und Geschäftsaktivitäten außerhalb seiner Kerngeschäftsfelder, schrieb der Experte in einem Kommentar.

Ebenfalls stark im TecDax zeigt sich die Aktie des Hightech-Maschinenbauers Manz AG: Sie legt um 7,0 Prozent zu. Bereits in der vergangenen Woche war es für den Wert aufwärts gegangen. Allerdings ist er mit aktuell 70,68 Euro noch ein Stück vom Jahreshoch Mitte Juni entfernt, wo das Papier 84,38 Euro kostete.

Ein positiver Analystenkommentar hat Bastei Lübbe am Montag Rückenwind gegeben. Die Aktien des Kölner Verlagshauses stiegen um bis zu 2,5 Prozent auf 7,73 Euro. Mittelfristig habe der Verlag interessante Umsatz- und Ertragspotenziale aus der Digitalisierung und Internationalisierung der Geschäftsaktivitäten, schrieb DZ-Bank-Analyst Harald Heider in einer Kurzstudie.

Quelle: n-tv.de

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