Wirtschaft
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Rückkehr über die 1,12 Dollar: Euro erholt sich nach Senkrechtsturz

Verschnaufpause für den Euro: Nach einem rasanten Absturz in der ersten Tageshälfte kommt die europäische Gemeinschaftswährung am Nachmittag wieder etwas zu Kräften. Zuvor hatten Aktien von Dax-Unternehmen kräftig profitiert.

Die Talfahrt des Euro scheint eine Pause einzulegen. Die Gemeinschaftswährung rutschte in der Spitze zwar bis auf 1,115 US-Dollar ab und damit auf den niedrigsten Stand seit September 2003. Am Nachmittag erholte sich Europas Gemeinschaftswährung wieder und stieg über die 1,12-Dollar-Marke.

Immer mehr Anleger wetteten wegen der ultralaxen EZB-Geldpolitik auf eine noch stärkere Abwertung des Euro, erklärte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen den vorangegangenen Kurssturz des Euro. Grund dafür sei das mit monatlich 60 Milliarden Euro überraschend hohe Volumen des EZB-Programms. "Zudem haben die Investoren nun die Gewissheit, dass die EZB einen expansiveren Pfad geht, während die US-Notenbank die Zinsen bald anheben könnte."

Billiger Euro schiebt BMW-Aktie auf Allzeithoch

Die Euro-Schwäche der vergangenen Wochen dürfte erst einmal anhalten, prognostiziert Kazuyuki Takami von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ in Singapur. Auch Notierungen knapp über einem Dollar seien im Laufe des Jahres nicht auszuschließen. Die Devisenmarktexperten der US-Großbank Morgan Stanley haben als Reaktion auf die EZB-Pläne ihre Euro-Prognose gesenkt. Zum Ende des laufenden Jahres sehen sie ihn nun bei 1,05 Dollar, während bislang 1,12 Dollar als Zielgröße galten.

Die Kurse deutscher Export-Titel profitieren jedoch von dem niedrigen Eurokurs: Die Aktien von BMW schießen auf ein Allzeithoch, Volkswagen-Papier sind so viel wert wie seit einem Jahr nicht mehr. Der Grund: Der schwache Euro erhöht die Wettbewerbschancen für die deutschen Autobauer vor allem auf dem wichtigen US-Markt. Für Autobauer aus Japan oder den USA wird es im Gegenzug auf dem europäischen Markt schwieriger.

Quelle: n-tv.de

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