Wirtschaft
Der Euro ist auf dem tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren. Der Dollar hingegen ist erstarkt.
Der Euro ist auf dem tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren. Der Dollar hingegen ist erstarkt.(Foto: picture alliance / dpa)

Konjunkturdaten lahmen: Euro sackt auf Vierjahrestief

Wird die Geldpolitik der EZB weiter gelockert? Spekulationen darüber haben den Euro zum Jahresbeginn auf eine rasante Talfahrt geschickt. Schwache Konjunkturdaten lassen das britische Pfund ebenfalls abrutschen. Der Dollar befindet sich im Aufwärtskurs.

Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik in der Euro-Zone haben den Euro zum Jahresbeginn auf Talfahrt geschickt. Die Gemeinschaftswährung fiel am Freitag in der Spitze um 0,6 Prozent auf 1,2033 Dollar und markierte damit den tiefsten Stand seit viereinhalb Jahren. Der Dollar-Index, der die Entwicklung des Dollar zu anderen wichtigen Währungen abbildet, kletterte mit 90,72 Punkten auf den höchsten Stand seit knapp neun Jahren.

Hintergrund sind Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi, die Spekulationen schürten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) noch in diesem Monat zusätzliche Konjunkturhilfen beschließt. Draghi erklärte, die EZB befinde sich in technischen Vorbereitungen, um Umfang, Tempo und Zusammensetzung ihrer Maßnahmen im Kampf gegen die niedrige Inflation bei Bedarf Anfang 2015 zu verändern. Draghi hatte zuletzt zur Abwehr eines für die Wirtschaft gefährlichen Preisverfalls auf breiter Front notfalls auch den umstrittenen Kauf von Staatsanleihen in Aussicht gestellt.

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Händlern zufolge stellen sich Investoren derzeit auf die zunehmend unterschiedlichen Vorgehensweisen der EZB und der US-Notenbank (Fed) ein. Letztere strebt angesichts einer anziehenden Konjunktur in den USA die Straffung ihrer ultralockeren Geldpolitik an. Die Erholung der Wirtschaft in den USA sei nicht herausragend, aber sie sei sicherlich stärker als in vielen anderen Industriestaaten, sagte Callum Henderson von der Standard Chartered Bank in Singapur.

Der Dollar legt deutlich zu, beflügelt von der Erwartung, dass die US-Notenbank in diesem Jahr die Zinsen erhöhen wird, während andere Notenbanken wie etwa die EZB ihre Geldpolitik eher nochmals lockern werden.

Auch das britische Pfund gibt deutlich nach auf 1,5450 Dollar von zuvor knapp 1,5550. Das ist der niedrigste Stand gegenüber der US-Währung seit August 2013. Grund dafür ist der enttäuschend ausgefallene Einkaufsmanagerindex im verarbeitenden Gewerbe. Er kam im Dezember auf einen Wert von 52,5 statt der prognostizierten 53,9. Im November hatte er noch 53,3 betragen.

Auch gegenüber dem Euro geht es für das Pfund bergab, nachdem die Einkaufsmanagerdaten aus der Eurozone nicht ganz so enttäuschend ausfielen wie der Index in Großbritannien. Der Euro kostet 0,7794 Pfund, verglichen mit einem Sechsjahreshoch von 0,7746 vor den Daten am Morgen.

Quelle: n-tv.de

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