Wirtschaft
Erst mal schauen, was die Konjunkturdaten so machen ...
Erst mal schauen, was die Konjunkturdaten so machen ...(Foto: picture alliance / dpa)

Noch ein Tag bis zum Zinsentscheid: Wall Street verschiebt Kauflaune

Eine leichte Entspannung im Irak - und schon schauen die US-Anleger wieder auf die heimische Konjunktur. Vorbörsliche Daten sollen Schub geben - und tun dies auch, aber nicht so sehr wie erwartet.

Schwächere US-Konjunkturdaten haben die Aktienkurse an der Wall Street am Dienstag gebremst. Allerdings nahmen die Anleger neben positiven Vorgaben aus Europa mit Erleichterung zur Kenntnis, dass es zwischen den USA und Iran zu direkten Gesprächen über die Irak-Krise gekommen ist. Das ließ den Ölpreis nach seinem jüngsten Anstieg wieder etwas zurückkommen, was wiederum die Aktienkurse stützte.

Viele Anleger ließen zudem vor dem Start der zweitägigen geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank Fed Vorsicht walten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent fester bei 16.808,49 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte 0,2 Prozent vor auf 1941,99 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg 0,4 Prozent auf 4337,2344 Punkte.

Preise steigen, Baubereich schwächelt

Schlechte Nachrichten kamen vom Immobilienmarkt. Im Mai wurden deutlich weniger Bauvorhaben in Angriff genommen als erwartet. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai sowohl insgesamt als auch in der Kernrate etwas stärker als erwartet.

Die Daten dürften indessen rasch abgehakt werden, denn schon am Mittwoch steht ein sehr viel wichtigeres Ereignis an: Dann wird die US-Notenbank das Ergebnis ihrer zweitägigen Zinssitzung veröffentlichen, die am Dienstag beginnt. Beobachter erwarten, dass die Federal Reserve das Volumen der monatlichen Anleihekäufe von 45 auf 35 Milliarden Dollar senken wird. Interessanter ist aber die Frage, welchen künftigen Zinskurs die Fed den Marktteilnehmern signalisieren wird.

Ein weiterer Mega-Deal

In einer für die US-Unternehmenslandschaft nachrichtenarmen Zeit gab eine Übernahme in der Gesundheitsbranche den Anlegern wenigstens etwas Gesprächsstoff. Kindred Healthcare hat am Montag sein Übernahmeangebot für den Pflegedienst und Hospizbetreiber Gentiva Health Services nachgebessert, was die Gentiva-Aktien um 5,1 Prozent nach oben trieb.

Apple hat derweil einen Streit um angebliche Preisabsprachen für elektronische Bücher laut "Wall Street Journal" außergerichtlich beigelegt, wobei Details nicht vorliegen. Die Papiere gaben aber 0,1 Prozent nach.

Analysten sorgen für Kursimpulse

Wolfe Research reduzierte die Bewertung von Union Pacific nach sechs Jahren von "Outperform" auf "Peer Perform". Nach einigen Jahren überdurchschnittlicher Entwicklung sieht das Analysehaus die Erfolgsgeschichte der Eisenbahngesellschaft im Wandel. Während das Wachstum im hochmargigen Bereich Getreidetransport in diesem Quartal den Höhepunkt erreichen dürfte, habe zugleich auch der intermodale Verkehr stark zugenommen. Alles in allem sei es angebracht Gewinne mitzunehmen, so die Analysten. Der Kurs der Aktie hat sich seit 2011 verdoppelt und liegt seit Jahresbeginn mit 19 Prozent im Plus. Am Dienstag notierten die Titel mit einem Abschlag von 0,4 Prozent.

Morgan Stanley (MS) hob die Bewertung von Medtronic nach der geplanten Übernahme von Covidien auf "Overweight" von zuvor "Equalweight", bei einem unveränderten Kursziel von 73 US-Dollar. Nach Ansicht der Bank berücksichtigen die Investoren bei ihren Entscheidungen die Einsparungen und Synergien des steuersparenden Fusionsmodells der beiden Medizintechnikkonzerne nicht ausreichend, die in der Summe zu einem Ertragsplus von mehr als 10 Prozent führen dürften. Mithilfe des umfangreicheren Kapitalflusses werde Medtronic in die Lage versetzt, größere Aktienrückkaufprogramme aufzulegen. Medtronic lagen 2,6 Prozent fester im Markt.

Erfolg für neue Expedia-Portale?

Mit der Anhebung ihrer Bewertung von Expedia auf "Positiv" erhöhte Susquehanna auch das Kursziel für die Aktie des Online-Reiseportals von 79 auf 90 US-Dollar. Nach Ansicht der Investmentbank sind die Konsensschätzungen für den Gewinn je Aktie 2015 selbst auf Basis konservativer Annahmen zu niedrig. Die mit Expedia kooperierende Online-Agentur Travelocity gewinne sehr erfolgreich Besucher der Webseite als Kunden. Auch die Hotelportal-Tochter Trivago verzeichne eine wachsende Zugriffsfrequenz. Der Kurs von Expedia notierte 4,1 Prozent fester.

Quelle: n-tv.de

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