Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Erstes Monatsminus seit August: Sorgen-Strudel erfasst Wall Street

Die Vergaben sind zu schlecht - die Krisenangst ist zu stark: Nach Japan und Europa setzen auch die Börsen in den USA zurück. Zudem sorgt die niedrige Inflation auf dem alten Kontinent für weiteren Druck.

Die Furcht vor einer tiefgreifenden Schwellenländer-Krise hat die US-Aktienbörsen am Freitag belastet. Die Wall Street verzeichnete im Januar erstmals seit August wieder ein monatliches Minus. Die Abwertung vieler Währungen von Schwellenländern setzte sich fort. Sie erleben derzeit einen massiven Kapitalabfluss, weil die Straffung der US-Geldpolitik Investitionen in den Vereinigten Staaten wieder attraktiver macht.

"Die Turbulenzen in den Schwellenländern erweisen sich als hartnäckiger Belastungsfaktor", sagte LBBW-Analyst Berndt Fernow. "Wichtig ist jetzt, dass die gesamte Weltkonjunktur nicht den Faden der Erholung verliert und ins Straucheln gerät", ergänzte sein Kollege Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 0,9 Prozent nach und schloss bei 15.698 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,7 Prozent auf 1782 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte um 0,5 Prozent auf 4103 Punkte ab.

Bei den Einzelwerten gehörten die Aktien des weltweit größten Spielwarenherstellers Mattel mit einem Abschlag von 12,0 Prozent zu den größten Verlierern. Ein schwaches Weihnachtsgeschäft setze dem Barbie-Hersteller zu. Auch Amazon ging zu Weihnachten die Puste aus. Das Geschäft wuchs weniger stark als noch im Sommer. Die Aktien verloren 11,0 Prozent.

Dagegen gewannen die Anteilsscheine von Google um 4,0 Prozent an Wert. Sprudelnde Werbe-Einnahmen füllten die Kassen der Internet-Suchmaschine. Höhere Verluste bei der Handy-Tochter, die demnächst an den chinesischen Computer-Hersteller Lenovo geht, konnten dem Konzern nichts anhaben.

Die Papiere des Internet-Spieleerfinders Zynga sprangen 25,1 Prozent in die Höhe. Um die Pipeline wieder aufzufüllen kauft Zynga den Rivalen NaturalMotion für 527 Millionen Dollar. Zudem kündigte die Firma an, aus Kostengründen 15 Prozent der Stellen zu streichen.

Die Kauflaune der US-Konsumenten trübte sich im Januar etwas ein. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank nach endgültigen Berechnungen auf 81,2 Punkte, nach 82,5 Zählern im Dezember. Ökonomen hatten mit 81,0 Punkten gerechnet. Ende 2013 war die US-Wirtschaft dank der Konsumlaune der Verbraucher kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt war von Oktober bis Dezember mit einer Jahresrate von 3,2 Prozent gewachsen. Impulse kamen vor allem vom privaten Konsum.

Quelle: n-tv.de

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