Wirtschaft
Mal sehen, was die neue Handelswoche hergibt.
Mal sehen, was die neue Handelswoche hergibt.(Foto: picture-alliance/ dpa)

"Zahlen überzeugen" zwar, aber ...: Stockpicking an der Wall Street

Die Krim-Krise ist das bestimmende Thema der Handelswoche an der Wall Street. Am letzten Handelstag besinnen sich die Börsianer aber auf das Wesentliche: die Konjunktur. Überraschend gut ausgefallene Jobdaten erfreuen die Anleger. Nur die Nachhaltigkeit fehlt.

Ein kritisches Auge findet immer ein Haar in der Suppe. Oder anders ausgedrückt: Die Furcht vor einer Eskalation der Krise auf der Krim hat am Freitag an der Wall Street die Freude über gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt wettgemacht. Laut US-Wirtschaftsministerium entstanden im Februar 175.000 Jobs, während Volkswirte lediglich mit 149.000 neuen Stellen gerechnet hatten. "Das war unglaublich, der Markt liebt das - wir haben definitiv mit etwas Schwächerem gerechnet", sagte Sean McCarthy von Wells Fargo Private Bank. "Die Zahlen überzeugen insbesondere vor dem Hintergrund des oft zitierten strengen Winterwetters", sagte Helaba-Experte Ralf Umlauf. Ihre anfänglichen Kursgewinne konnten die Börsen dann jedoch überwiegend nicht halten.     

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 16.452 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,1 Prozent auf 1878 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging mit minus 0,4 Prozent bei 4336 Stellen aus dem Handel. Der Ukraine-Konflikt hatte zuvor bereits die europäischen Aktienmärkte zum Wochenschluss in den Keller gedrückt: Der Dax schloss 2 Prozent tiefer bei 9351 Punkten.

Damit zeigten sich die US-Börsen relativ immun gegen die Verwerfungen, die der Krimkonflikt zum Wochenausklang an den europäischen Aktienmärkten verursacht hatte. Am Freitag hatte das Oberhaus des russischen Parlaments beschlossen, die Krim in die Russische Föderation aufzunehmen, wenn die Bürger der zur Ukraine gehörenden Halbinsel sich bei der Volksabstimmung am 16. März dafür aussprechen. Zudem wurden Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Freitag erneut von Bewaffneten daran gehindert, auf die Krim zu gelangen.

Das Geld sitzt locker

Für viel Aufsehen sorgte in New York eine milliardenschwere Fusion im US-Einzelhandel. Durch den Zusammenschluss der zweitgrößten Supermarktkette Safeway mit dem Konkurrent Albertsons entsteht vor allem an der Westküste ein dominanter Lebensmittel-Anbieter mit 2400 Geschäften und 250.000 Mitarbeitern. Dazu übernimmt der Finanzinvestor Cerberus für 9,4 Milliarden Dollar Safeway, dessen Aktien jedoch an der Börse um 3 Prozent nachgaben.

Die Anteilsscheine der Internet-Sicherheitsfirma FireEye stürzten um fast 10 Prozent ab, weil der Konzern bei einer Kapitalerhöhung seine Aktien mit einem unerwartet hohen Preisnachlass verkaufen musste.

Einer der größten Gewinner im S&P 500 waren zunächst die Aktien der Sportschuhkette Foot Locker, die nach einer unerwartet starken Bilanz fast 9 Prozent zulegten.

Die Pfizer-Aktie zeigte sich etwas belastet vom Rückruf dreier Chargen eines Antidepressivums. Einem Bericht zufolge wurde darin eine Kapsel gefunden, die ein anderes Medikament enthielt. Der Kurs fiel um 0,1 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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