Wirtschaft
(Foto: imago/UPI Photo)

Starke Kursgewinne in New York: US-Börsen feiern die EZB-Aktion

An den New Yorker Aktienmärkten kommt das europäische Mulitmilliarden-Programm sehr gut an: Nach anfänglich verhaltenen Reaktionen setzt sich die Zuversicht durch. Der große Draghi-Plan fällt umfangreicher aus als erwartet.

Die Erwartungenen der US-Anleger an die Europäischen Zentralbank (EZB) wurden erfüllt: Die Währungshüter um EZB-Chef Mario Draghi haben geliefert: Die massive Geldspritze der Euro-Notenbank befeuerte die Kurse und schob die Wall Street insgesamt kräftig an.

Der Dow-Jones-Index nahm Kurs auf die Marke von 18.000 Punkten und stieg um 1,48 Prozent auf 17.813,98 Punkte. Für den breit gefassten S&P-500 ging es um 1,53 Prozent auf 2063,15 Punkte nach oben. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 zog um 1,87 Prozent auf 4270,36 Punkte an.

Der Auslöser des Kursauftriebs: Die EZB folgt dem Vorbild der US-Notenbank Fed und nimmt mehr als eine Billion Euro in die Hand, um die Wirtschaft im Euroraum anzuschieben. Damit soll ein Abrutschen der Wirtschaft in eine langanhaltende Schwächephase mit fallenden Preisen auf breiter Front und schrumpfenden Investitionen verhindert werden.

Mit ihrem Anleihekaufprogramm haben die Währungshüter laut der Privatbank Berenberg die meisten Erwartungen übertroffen. "EZB-Präsident Mario Draghi hat einmal mehr geliefert", kommentierte Experte Christian Schulz. "Mir fällt nur ein Wort ein: 'Wow'", sagte NordLB-Analyst Fabian Gerlich.

Nicht alle US-Börsianer zufrieden

Das Volumen der Anleihenkäufe liegt mit monatlich 60 Milliarden Euro über den Erwartungen. EZB-Präsident Mario Draghi kündigte an, dass die Käufe bis September 2016 dauern sollen. Daraus ergibt sich das theoretische Ankaufvolumen von mehr als einer Billion Euro. Im Handel hieß es dazu, dass das Volumen mit monatlich 60 Milliarden Euro zwar höher als spekuliert ausgefallen sei. Allerdings dürften die Details nicht alle Anleger überzeugen.

Erstens würden nur 20 Prozent der Risiken durch die Käufe vergemeinschaftet. Zweitens werde nach dem Kapitalschlüssel gekauft. Das heißt, es werden voraussichtlich hauptsächlich deutsche Anleihen gekauft - ein Land, das aber keine QE-Unterstützung benötige. Und drittens sei das Programm zeitlich bis September 2016 terminiert. Die Anleger hätten sicherlich ein zeitlich unbegrenztes Programm vorgezogen. Allerdings merkt ein Händler an, dass die jetzt bekannt gegebenen Maßnahmen sicherlich nicht die letzten ihrer Art sein werden.

Ebay, Blackberry, American Express

Bei den Einzelwerten verteuerten sich die Aktien von Ebay um 7 Prozent. Der Konzern erwägt parallel zur Abspaltung seinen Bezahl-Dienstes Paypal auch den Börsengang oder den Verkauf der Sparte Enterprise. Händlern zufolge könnten die drei Teile mehr wert sein als es die derzeitige Ebay-Bewertung widerspiegelt.

Blackberry-Papiere stiegen um knapp 6 Prozent. Einem Medienbericht zufolge erwägt Samsung die Übernahme des Smartphone-Herstellers oder zumindest den Kauf eines größeren Anteils.

Ein Übernahmeangebot der Royal Bank of Canada trieb die Aktien der US-Bank City National um knapp 19 Prozent in die Höhe. RBC will das Geldhaus für 5,4 Milliarden Dollar kaufen.

Rund ein Fünftel an Wert verloren Papiere von Lands End. Bei dem auch in Deutschland aktiven Modehändler liefen die Geschäfte im Schlussquartal schlechter als erwartet. Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen auch die Anteilsscheine von American Express mit einem Minus von rund 4 Prozent. Der weltgrößte Kreditkartenkonzern streicht als Teil eines Restrukturierungsprogramms mehr als 4000 seiner fast 63.000 Stellen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 890 Millionen Aktien den Besitzer. 2428 Werte legten zu, 651 gaben nach und 119 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,97 Milliarden Aktien 2014 im Plus, 745 im Minus und 105 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 14/32 auf 103-4/32. Die Rendite stieg auf 1,899 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 25/32 auf 111-3/32 und rentierte mit 2,473 Prozent. Händler erklärten die Abschläge mit einer Umschichtung von Kapital aus den Bonds in die riskanteren Aktienmärkte.

Quelle: n-tv.de

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