Wirtschaft
Europas Börsen feiern EZB-Chef Draghi für sein neues Billiggeld-Bekenntnis. Zieht die Wall Street nach?
Europas Börsen feiern EZB-Chef Draghi für sein neues Billiggeld-Bekenntnis. Zieht die Wall Street nach?(Foto: picture alliance / dpa)

S&P erstmals über 2000 Punkten: Wall Street begibt sich auf Rekordjagd

Nach dem neuen Bekenntnis von EZB-Chef Draghi, notfalls im Kampf gegen die Deflation die Geldschleusen weiter zu öffnen, starten die Börsen durch. Die Wall Street streckt sich wieder nach der Decke. Auch Unternehmen sorgen für gute Stimmung .

Die US-Börsen haben die neue Handelswoche freundlich begonnen. Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte schloss 0,5 Prozent höher bei rund 17.083 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,5 Prozent auf knapp 1998 Zähler. Im Verlauf hatte der Index erstmals in seiner Geschichte die Marke von 2000 Zählern übersprungen. Gut 16 Jahre hat es gedauert, bis er den Stand von 1.000 Punkten verdoppelt hat, den er Anfang 1998 erstmals erreicht hatte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 0,4 Prozent vor auf 4557 Punkte. Insgesamt scheint aber die Ende Juli begonnene Abwärtsfahrt endgültig abgehakt.

Treibende Kraft hinter dem Anstieg war die Euphorie an den europäischen Börsen, wo es deutlich nach oben ging. Die Anleger dort feierten die Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi, der am Freitag in Jackson Hole Hoffnung auf ein Anleihe-Kaufprogramm gemacht hatte. "Er setzt Himmel und Hölle in Bewegung", kommentierte Marktstratege Keith McCullough von Hedgeye Risk Management die Draghi-Einlassungen. Als der S&P-500 dann am Montag über 2000 Punkte kletterte, befeuerten sich die Börsen beiderseits des Atlantiks gegenseitig.

Burger King gehen steil

Aber auch Nachrichten von Unternehmensseite hoben die Stimmung an der Wall Street, insbesondere zu Übernahmen. So schossen Burger King um fast ein Fünftel nach oben. Die Schnellrestaurant-Kette verhandelt mit der kanadischen Kaffeehauskette Tim Hortons über deren Übernahme. Sollte die Transaktion gelingen, will Burger King anderen Steuerflüchtlingen folgen und den Firmensitz ins Ausland - in diesem Fall nach Kanada - verlegen.

InterMune schnellten sogar 35,6 Prozent nach oben, nachdem der schweizerische Pharmariese Roche den Kauf des Biotechnologieunternehmens für 8,3 Milliarden US-Dollar angekündigt hatte. Im Anlegerfokus standen auch Goldman Sachs, die 1,6 Prozent gewannen. Die Bank hatte den Hypothekenstreit mit den Behörden gegen Zahlung von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar beigelegt.

Amazon legten um 0,7 Prozent zu. Der Online-Händler übernimmt Twitch, einen Anbieter von Live-Video-Streams. Amazon will für die umlaufenden Aktien 970 Millionen Dollar bezahlen.

Die Boeing-Papiere stiegen um 0,68 Prozent. Der Flugzeugbauer gab den Verkauf von 82 Passagiermaschinen der Typen 737 und 777 an den zur Bank of China (BOC) gehörenden Flugzeugfinanzierer bekannt.

Quelle: n-tv.de

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