Wirtschaft
Fed bestimmt die Richtug an der Wall Street.
Fed bestimmt die Richtug an der Wall Street.(Foto: REUTERS)

Bernanke deutet schnelleren Exit an: Wall Street zittert nach Fed-Entscheid

Die US-Notenbank Fed lässt die Geldhähne weit geöffnet - dennoch setzen sich am Markt die Pessimisten durch. Denn auch wenn der Leitzins auf Rekordtief bleibt: Fed-Chef Bernanke deutet erstmals an, dass die massiven Geldspritzen für die Wirtschaft schon bald enden könnten.

Nach den Aussagen von US-Notenbankchef Bernanke und dem US-Zinsentscheid liegen bei den Anlegern an der Wall Street die Nerven blank. Nachdem die US-Währungshüter den Leitzins unverändert zwischen 0 und 0,25 Prozent beließen, setzten sich am Markt die Pessimisten durch.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte baute seine Anfangsverluste aus und tendierte 1,4 Prozent schwächer mit 15.112 Punkten. Auch der breiter gefasste S&P-500 sackte weiter ab und gab 1,4 Prozent nach auf 1628 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging ebenfalls 1,2 Prozent zurück auf 3443 Stellen.

Die Fed hatte erklärt, bis zu einer nachhaltigen Verbesserung der Wirtschaftslage würden weiter Monat für Monat für 85 Mrd. Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere gekauft. Allerdings könnten die gigantischen Stützungskäufe, mit denen die Fed jeden Monat Milliarden in die Finanzmärkte pumpt, um die US-Wirtschaft anzukurbeln, schon in diesem Jahr gedrosselt werden und bis Mitte 2014 enden, sagte Bernanke. Ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik rückt damit also näher.

Von Adobe bis Fedex

Obwohl der Gesamtmarkt nach dem Zinsentscheid noch stärker ins Minus drehte, konnten sich einige Titel von dem allgemeinen Trend absetzen. Aktien von Adobe stiegen um 5,8 Prozent. Der Hersteller von Photoshop- und Acrobat-Reader-Software hatte zuvor einen unerwartet hohen Gewinn präsentiert und über gute Geschäfte mit dem Cloud-Computing berichtet.

Positiv aufgenommene Geschäftszahlen trieben auch die Papiere von Fedex an, die um rund 1,1 Prozent stiegen. Der Paketzusteller hatte Gewinn und Umsatz im abgelaufenen Quartal gesteigert.

Um gut 4,4 Prozent abwärts ging es dagegen mit Papieren von Sprint. Der US-Bezahl-TV-Anbieter Dish hatte angekündigt, im Bieterkampf um Sprint zunächst kein neues Angebot vorzulegen. Der japanische Telekom-Konzern Softbank hatte jüngst seine Offerte für Sprint auf 21,6 Mrd. Dollar angehoben.

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Quelle: n-tv.de

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