Wirtschaft
Die gute Stimmung an der Wall Street sorgt auch an den deutschen Börsen für steigende Kurse.
Die gute Stimmung an der Wall Street sorgt auch an den deutschen Börsen für steigende Kurse.(Foto: REUTERS)

Facebook und Apple lassen hoffen: Wilde Aufholjagd im Dax

Lange ging es am Donnerstag nur bergauf, dann schaltete der Dax in den Rückwärtsgang - und beendete den Handelstag genau dort, wo er am Morgen begonnen hatte. Dabei hatten gute Nachrichten von der Wall Street und der Ifo-Index eigentlich für Schub gesorgt.

Nach der Atempause am Mittwoch beenden die deutschen Börsen den Handelstag nach einem wilden Auf und Ab dort wo er begonnen hatte. Die guten Zahlen von Apple und Facebook sowie der überraschend positive Ifo-Index hatten zuvor für deutliche Kursgewinne gesorgt. Im späten Handel drehte der Markt dann aber Richtung Süden. Der Dax ging am Ende kaum verändert bei 9548,68 Punkten aus dem Handel, nachdem er zuvor in der Spitze um bis zu 1,0 Prozent zugelegt und 0,8 Prozent verloren hatte. Der MDax notierte 0,1 Prozent leichter bei 16.275,20 Zählern. Der TecDax schloss schließlich nach einer wilden Achterbahnfahrt ebenfalls kaum verändert bei 1223,38 Punkten.

Für gute Laune hatte zuvor der Ifo-Index gesorgt: Die Stimmung der deutschen Wirtschaft hat sich im April überraschend verbessert. Das Barometer für das Geschäftsklima stieg auf 111,2 Punkte von 110,7 Zählern im März. Ökonomen hatten mit einem Rückgang gerechnet. "Trotz der Krise in der Ukraine setzt sich die positive Grundstimmung durch", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Außerdem bekräftigte EZB-Chef Mario Draghi seine Bereitschaft, im Kampf gegen die niedrige Inflation schwere geldpolitische Geschütze aufzufahren.

Schwung hatten dem Handel auch die guten Zahlen von US-Techfirmen gegeben. Apple-Aktien gewannen an der Wall Street 8,0 Prozent, nachdem sie bereits nachbörslich zugelegt hatten. Nach oben trieben den Kurs ein 30 Milliarden US-Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm und ein Aktiensplit, der die Liquidität der Aktie verbessert. "Die Zahlen geben dem Markt neuen Optimismus", sagte ein Aktienhändler.

Apple kündigte zudem eine Dividendenerhöhung an, nachdem der iPhone-Absatz die Erwartungen übertroffen hatte. Auch der Kurs von Facebook legte um bis zu drei Prozent zu, nachdem das soziale Netzwerk überraschend starke Quartalsergebnisse gemeldet hatte.

Übernimmt General Electric Altstom?

Neue Übernahmefantasien hatten den Markt zuvor beflügelt. So berichtet Bloomberg, General Electric wolle die französische Alstom für mehr als 13 Milliarden Dollar (9,4 Mrd Euro) übernehmen. Alstom wies die Spekulationen zurück: Es sei kein potenzielles öffentliches Übernahmeangebot bekannt. Alstom-Anteilsscheine gingen mit Plus 10,9 Prozent durch die Decke, in der Spitze gewannen sie sogar bis zu 18 Prozent. Die davon entfachte Übernahmefantasie im Sektor sei auch für Siemens positiv, befand ein Börsianer. Die Übernahme wäre allerdings ein Frontalangriff auf den deutschen Industriekonzern. Siemens-Aktien bewegten sich am Ende kaum, nachdem sie im Handelsverlor bis zu 0,9 Prozent verloren und in der Spitze 0,8 Prozent gewonnen hatten.

Der Gewinnsprung bei Texas Instruments (TI) gab auch Infineon Auftrieb. Die Geschäftsentwicklung des US-Chipherstellers gilt als Gradmesser für die Aussichten der Branche. Infineon gewannen 1,6 Prozent. An der TecDax-Spitze verteuerten sich die Aktien von Dialog Semiconductor nach den guten Apple-Zahlen um 2,1 Prozent. Der Halbleiterhersteller gilt als wichtiger Zulieferer des iPhone-Herstellers. Für die Linde-Titel ging es um 0,2 Prozent rauf, nachdem der französische Konkurrent Air Liquide ein Umsatzplus für das erste Quartal berichtet hatte.

Gleichzeitig stiegen Scania um bis zu 12,3 Prozent, nachdem sich Großaktionär Swedbank Robur zur Annahme der Volkswagen-Offerte für den schwedischen Lkw-Bauer bereit erklärt hatte. Experten sehen in der Entscheidung des Pensionsfonds den Schlüssel zum Erfolg des Deals. Volkswagen-Papiere gaben mit dem Gesamtmarkt rund 0,2 Prozent nach.

An der Wiener Börse setzten sich Telekom Austria mit einem Plus von 6,3 Prozent an die Spitze. Der mexikanische Milliardär Carlos Slim hatte sich am Vortag über eine Vereinbarung mit der Staatsholding ÖIAG die Kontrolle über den österreichischen Konzern gesichert. Über seine Mobilfunkfirma America Movil bietet er den übrigen Telekom-Austria-Eignern 7,15 Euro je Aktie.

Quelle: n-tv.de

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