13.02.2012 16:48 Uhr Frankfurt 15:48 Uhr London 10:48 Uhr New York 00:48 Uhr Tokio
Suche
Wissen

Nasse Winter, heiße Sommer und mehr Stürme: Klimawandel in Deutschland

 
Nasse Winter, heiße Sommer und mehr Stürme: Klimawandel in Deutschland

Kein Zweifel, es wird wärmer in Deutschland.

Klimaforscher sagen für uns erhebliche Veränderungen voraus.

Nasse Winter, heiße Sommer und mehr Stürme - das wird Deutschlands Wetter in Zeiten des Klimawandels.

In den vergangenen 100 Jahren ist die Temperatur in Deutschland laut Umweltbundesamt bereits um 0,8 Grad gestiegen.

Der Erde droht bis Ende des Jahrhunderts im schlimmsten Fall eine Zunahme der Temperatur um bis zu 6,4 Grad Celsius. Das wird nicht ohne Folgen bleiben.

Der Klimarat rechnet mit mehr Todesfällen, Verletzungen und Erkrankungen durch Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme, Waldbrände und Dürren.

Bereits der Hitzesommer 2003 mit 30.000 Hitzetoten europaweit war zu einem gewichtigen Teil durch den Klimawandel bedingt.

Läuft der Treibhausgasausstoß weiter wie bisher, sind insbesondere im niederschlagsarmen Osten durch die trocken-heißen Sommer Wasserprobleme garantiert.

Die Menschen in Deutschland werden sich zudem auf weitere Krankheitskeime einstellen müssen.

Schon seit 30 Jahren steigt die Zahl der FSME-Infektionen, ein Faktor dabei ist sicherlich das Klima mit milden Wintern.

Ähnliches gilt für die ebenfalls von Zecken übertragene Lyme-Borreliose.

Wenn es im Sommer über mehrere Wochen auch nachts über 24 Grad Celsius warm ist, kann sich nach Ansicht von Tropenmedizinern zudem das West-Nil-Virus in den Überträgermücken gut vermehren, die den Erreger dann auch übertragen.

Ein stark erhöhtes Malariarisiko bringt der Klimawandel dagegen nicht mit sich.

Einzelfälle sollten bei fachkundiger Behandlung schnell einzudämmen sein, betonen Mediziner.

Bei einem guten Gesundheitssystem ist Malaria leicht zu kontrollieren. Aber wer weiß, unter welchen Bedingungen wir in Jahrzehnten leben.

Die Temperatur jedenfalls ist nicht der entscheidende Faktor, schließlich kam die Krankheit noch 1950 in Norddeutschland vor.

Auch eine stärkere Ausbreitung des Dengue-Fiebers ist selbst bei einer Temperaturerhöhung um vier Grad unwahrscheinlich, da dafür noch wesentlich höhere Temperaturen nötig sind.

Die Zahl der Baumschädlinge könnte dagegen zunehmen.

"Der Klimawandel führt dazu, dass neue schädliche Baumpilzarten in Deutschland heimisch werden", berichtet die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig.

So habe der Rindenkrebs der Esskastanie schon den Sprung von Italien über die Alpen geschafft.

Das Umweltbundesamt verweist auf erhöhte Waldbrandgefahr bei Trockenheit und auf Schäden durch Windwurf bei Stürmen.

Besonders anfällig seien standortfremde Bäume wie in vielen Gebieten die Fichte.

Auch die Bauern werden sich umstellen müssen, wenn die Menge der Treibhausgase weiter ansteigt.

Weizen produziert bei höherem Gehalt an Kohlendioxid weniger Eiweiße und Klebstoffe, belegen neue Forschungen.

Bäcker könnten damit Schwierigkeiten beim Brotbacken bekommen.

Den meisten Pflanzen macht eine erhöhte Kohlenstoffdioxidkonzentration aber nichts aus.

Bei Weizen und vielen weiteren Pflanzen kann man zudem züchterisch noch viel erreichen.

Bisher wurde primär auf den Ertrag und die Pflanzengesundheit geschaut; in puncto Trockenstresstoleranz lässt sich bei entsprechender Forschung noch sehr viel machen.

Die Landwirtschaft könnte sich in den Mittelmeerländern oder sogar in Afrika nach Kulturpflanzen umschauen und den künftigen Anbau danach ausrichten. Gerste wird schon jetzt auch in vielen halbtrockenen Gebieten angebaut.

Sonnenblumen

… auch der Anbau von Melonen etwa im oberen Rheingraben sei nicht auszuschließen, so Forscher

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.