Wissen
Männer müssen richtig zupacken können. Dafür brauchen sie Muskeln.
Männer müssen richtig zupacken können. Dafür brauchen sie Muskeln.(Foto: picture alliance / dpa)

Frage & Antwort, Nr. 342: Sind Muskeln schwerer als Fett?

Von Jana Zeh

Immer wieder bekomme ich in meinem Fitness-Studio zu hören, dass Muskeln schwerer sind als Fett. Stimmt das wirklich und wenn ja, wie groß ist denn der Unterschied? (fragt Arne P. aus Kaiserslautern)

Bodybuilder trainieren hart, um ihren Körper zu stählen.
Bodybuilder trainieren hart, um ihren Körper zu stählen.(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Kilogramm Körperfett ist natürlich genauso schwer wie ein Kilogramm Muskelgewebe. Doch was steht hinter der Frage? Soll vielleicht eine Fettzelle einer Muskelzelle gegenübergestellt werden? Auch dieser Vergleich brächte nicht weiter. Es geht wohl eher darum, zu klären, ob jemand mit einem hohen Anteil an Muskulatur anders aussieht als jemand mit einem geringeren Muskelanteil beziehungsweise ob man durch Krafttraining und damit durch den Aufbau von Muskulatur an Körpergewicht zunimmt - und wenn ja, wie viel.

"Würden sich zwei Testpersonen gleichen Geschlechts und mit gleicher Körpergröße, aber einem unterschiedlichen Körperfettanteil von 20 Prozent gegenüberstellen, so würde jeder genau erkennen können, wer von beiden den höheren Fettanteil im Körper hat und wer entsprechend über mehr Muskulatur verfügt", erklärt Ingo Froboese, Professor für Prävention und Rehabilitation im Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Das liegt vor allem an der verschiedenen Struktur von Fett und Muskulatur. Doch das ist nicht alles.

Tatsächlich kann man das Volumen im Verhältnis zum Gewicht von Fett und Muskelmasse vergleichen. "Ein Kubikzentimeter Fett wiegt 0,94 Gramm. Ein Kubikzentimeter Muskelgewebe bringt 1,05 Gramm auf die Waage. Ein Kubikzentimeter Muskelgewebe wiegt also rund 12 Prozent mehr als ein Kubikzentimeter Fett", so der Experte weiter. Muskulatur hat also tatsächlich eine größere Volumendichte als Fett im menschlichen Körper. Der Unterschied ist aber gering und reicht nicht aus, um ein paar Wochen nach Beginn eines Krafttrainings einen Anstieg des Körpergewichts zu erklären. Der Grund hierfür ist meistens eine größere Anzahl von Kalorien, die Sportwillige zu sich genommen haben, denn Muskelzuwachs regt auch den Appetit an.

Fett kann nicht in Muskeln umgewandelt werden

Auch die Annahme, die in diesem Zusammenhang immer wieder zu hören oder zu lesen ist, dass sich Fettzellen durch gezieltes Training in Muskelzellen umwandeln lassen, ist ein Trugschluss. Eine Fettzelle bleibt eine Fettzelle, genauso wie eine Muskelzelle auch eine Muskelzelle bleibt. "Jeder Mensch bekommt die Anzahl der Fett- beziehungsweise Muskelzellen, die er im Körper trägt, bereits in die Wiege gelegt", sagt Froboese. Dennoch kann jeder durch seinen Lebensstil entscheiden, wie die entsprechenden Zellen aussehen. "Eine Fettzelle kann eine Menge Fett speichern und dadurch sehr aufgepumpt werden", so Froboese. Aber auch eine Muskelzelle hat das Potenzial zu wachsen. Regelmäßige Beanspruchung, also regelmäßiges Krafttraining ist dafür nötig.

Übrigens:  Der sogenannte Body-Mass-Index, der ein Maß für die Einteilung von Unter-, Normal-, Übergewichtige und Fettleibige ist, kann nicht für Sportler angewendet werden, die viel Muskelmasse haben. Auch wenn die Muskulatur nur 13 Prozent schwerer ist als Fett, würde der BMI beide Klitschko-Brüder zu Übergewichtigen machen.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Haben auch Sie eine Frage und suchen nach der Antwort?

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Empfehlungen