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Nicht im Bild festzuhalten: Die Sternchen, die wir bei Blutdruckschwankungen sehen, tanzen nicht VOR unseren Augen, sondern IN unseren Augen.
Nicht im Bild festzuhalten: Die Sternchen, die wir bei Blutdruckschwankungen sehen, tanzen nicht VOR unseren Augen, sondern IN unseren Augen.(Foto: picture alliance / dpa)

Frage & Antwort, Nr. 281: Warum sehen wir manchmal Sternchen?

Von Andrea Schorsch

Wenn ich zu schnell aufstehe, sehe ich immer Sternchen. Das hängt wohl irgendwie mit dem Kreislauf zusammen. Aber was passiert denn da, dass mir plötzlich Sternchen vor der Nase tanzen? Hat das nicht auch mit den Augen zu tun? (fragt Elisabeth K. aus Trier)

Wer nicht gerade in den nächtlichen Himmel schaut, findet es meist unangenehm, plötzlich Sterne zu sehen. Denn oft ist damit ein leichtes Schwindelgefühl verbunden, bisweilen sogar Schmerz. Die kleinen Lichtblitze flackern nämlich auch mal auf, wenn man sich den Kopf gestoßen hat. Zum Glück verschwinden sie rasch wieder. Tatsächlich haben sie, wie unsere Leserin vermutet, "irgendwie mit dem Kreislauf" zu tun, und auch die Augen sind an ihrer Entstehung beteiligt.

Wie konkret, kann Augenarzt Georg Eckert aus Senden erklären: "Das Auge reagiert sehr empfindlich auf Veränderungen in seiner Durchblutung", sagt er n-tv.de. "Bei plötzlichen Blutdruckschwankungen kann die Netzhaut gereizt werden, und dann sieht man Sternchen." Die kleinen Lichtblitze zucken, wenn die Netzhaut nicht gut genug durchblutet ist – zum Beispiel, weil einem morgens nach dem Aufstehen das Blut erstmal in die Beine sackt. Auch schnelle Bewegungen oder leichte Erschütterungen können zu einer Blutdruckschwankung führen. Manchmal reicht ein Niesen.

Kommen nicht genug Blut und Sauerstoff in der Netzhaut an, melden die Augen dem Gehirn eine Beeinträchtigung des Sehsinns. Das geschieht in einem bestimmten Muster. Für uns sieht dieses Muster aus wie Sternchen. Sie bleiben, bis der Körper den Blutdruckabfall wieder ausgeglichen hat und die Augen wieder gut mit Blut und Sauerstoff versorgt sind.

Gefährlich sind die kurzzeitig auftretenden Sternchen nicht. "Wenn organisch alles in Ordnung ist, braucht man sich keine Gedanken zu machen", sagt Mediziner Eckert. Betroffen sind meist Jugendliche und ältere Menschen. Das liegt daran, dass in jüngeren Jahren der Blutdruck stark schwankt und im Alter die Durchblutungskraft abnimmt.

Übrigens: Wie stark durchblutet die Netzhaut normalerweise ist, sehen wir gelegentlich auf Fotos. Jeder kennt den Rote-Augen-Effekt, der auftritt, wenn der Fotografierte direkt in den Blitz schaut. Was uns dann rot vom Bild entgegenleuchtet, ist das Blut im Augenhintergrund.

Quelle: n-tv.de

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