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Computergrafik: So könnte "Superhenge" ausgesehen haben.
Computergrafik: So könnte "Superhenge" ausgesehen haben.(Foto: dpa)

Fundsache, Nr. 1303: Uraltes Monument bei Stonehenge entdeckt

In der Nähe der Kultstätte Stonehenge entdecken Forscher Überreste einer riesigen prähistorischen Anlage. Unter der Erde befinden sich Dutzende stehende Steine. Sie waren bis zu 4,5 Meter hoch und sind etwa 4500 Jahre alt. Es ist schon die Rede von "Superhenge".

Archäologen haben in der Nähe des geheimnisvollen Steinkreises Stonehenge in England Belege für ein weiteres, jahrtausendealtes Monument gefunden. Es ist bereits die Rede von der Entdeckung eines "Superhenge". Es habe sich um bis zu 90 aufrecht stehende Steine gehandelt, die bis zu viereinhalb Meter hoch gewesen seien, hieß es in einer Mitteilung der Forscher.

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Viele davon seien erhalten, weil sie inzwischen von Erde bedeckt seien. "Sie waren über Jahrtausende versteckt und nur durch modernste Technologien konnten Archäologen sie entdecken, ohne dass sie graben mussten", hieß es in der Mitteilung. Entdeckt haben das neue Monument Forscher des Projekts "Stonehenge Hidden Landscapes" der Universität Birmingham und eines Instituts der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, die unter anderem mit Radartechnik eine Karte des Untergrunds in der Gegend erstellen.

Es handle sich um eine "sehr bedeutende und fantastische Entdeckung", sagte Wolfgang Neubauer vom Stonehenge Hidden Landscapes Project. Die neu entdeckte Anlage habe ursprünglich womöglich bis zu 200 Steine umfasst. Sie befindet sich den Angaben zufolge unter der bereits bekannten Anlage Durrington Walls, rund drei Kilometer von Stonehenge entfernt.

Vielleicht älter als Stonehenge

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich um eine rituelle Stätte handelt, die so alt oder sogar noch älter ist als Stonehenge. Es sollen sogenannte Sarsensteine sein, also Sandsteine, die in der Gegend verbreitet sind und zum Teil auch in Stonehenge verwendet wurden.

Wozu die bis zu 25 Tonnen schweren Steinkolosse von Stonehenge, die seit rund 4000 Jahren in Südengland stehen, ursprünglich gedient haben, ist trotz vieler Theorien nicht geklärt. Historiker vermuten, dass der rätselhafte Steinkreis von Stonehenge irgendwann zwischen 3000 und 1600 vor Christus errichtet wurde.

Die Megalithsteine geben den Forschern seit Jahrhunderten Rätsel auf. Die gängigste Theorie für ihre Entstehung lautet, dass Menschen schon in der damaligen Zeit den astronomischen Kalender verstanden hätten. Die Steine von Stonehenge wurden demnach auf die Sonnenwende ausgerichtet. Im Jahr 1986 wurde die Stätte in die Welterbeliste der UN-Kulturorganisation Unesco aufgenommen.

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Quelle: n-tv.de

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