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Das undatierte Foto zeigt Spuren eines 100 Millionen Jahre alten Wattwurms auf den Steinstufen zur Befreiungshalle im niederbayerischen Kelheim.
Das undatierte Foto zeigt Spuren eines 100 Millionen Jahre alten Wattwurms auf den Steinstufen zur Befreiungshalle im niederbayerischen Kelheim.(Foto: dpa)

Fundsache, Nr. 1168: Wattwurm-Spuren in Bayern

Wo leben Wattwürmer? Na klar, im Wattenmeer. Wie aber kommen dann 100 Millionen Jahre alte Spuren von solchen Würmern auf die Steinstufen einer Halle im bayerischen Kehlheim? Für Geologen ist das eine Sensation - die einen eindeutigen Beweis liefert.

In Bayern sind Spuren von urzeitlichen Wattwürmern entdeckt worden. Geologen fanden die Zeugnisse von 100 Millionen Jahre alten Wattwürmern auf den Steinstufen zur Befreiungshalle in der Stadt Kelheim. Solche versteinerten Wurmspuren seien noch nie in Bayern entdeckt worden, teilten die Experten mit. Sie seien der Beweis, dass es in der Region einmal ein Meer gegeben habe. "Die Versteinerungen sind eindeutig mit den Spuren heute lebender Wattwürmer vergleichbar", sagte Roland Eichhorn, Chefgeologe des Landesamts für Umwelt in Augsburg.

Auf den Treppenstufen, die jährlich von Tausenden Besuchern benutzt werden, sind die strahlenförmigen Fossilien mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern im Grünsandstein zu sehen. Dabei handelt es sich den Experten zufolge um Fressspuren, wie sie auch der heutige Wattwurm hinterlässt, wenn er sich in den weichen Schlamm nach unten vorarbeitet.

Der Fund sei ein Nachweis dafür, dass es vor 100 Millionen Jahren ein flaches Meer bei Kelheim gab. Damals bedeckte nährstoffreicher Schlick die Region. Als sich die sandigen Meeresablagerungen mit der Zeit verfestigten, wurden sie zu Sandstein. Die Steine aus den Steinbrüchen im Kelheimer Raum wurden zu einem begehrten Baumaterial für Prachtbauten, hieß es.

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Quelle: n-tv.de

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