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"Älterwerden ist Scheiße": Oscar Niemeyer, Architekt der Kurven

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Der brasilianische Star-Architekt Oscar Niemeyer ist im Alter von 104 Jahren gestorben. (Foto: REUTERS)

Der brasilianische Star-Architekt Oscar Niemeyer ist im Alter von 104 Jahren gestorben.

Der brasilianische Star-Architekt Oscar Niemeyer ist im Alter von 104 Jahren gestorben.

Der Architekt war am 2. November dehydriert und mit Nierenproblemen in die Klinik gebracht worden.

Niemeyer schuf Hunderte Bauten auf der ganzen Welt und war vor allem für seine futuristischen Entwürfe in Brasiliens "Reißbrett-Hauptstadt" Brasília bekannt.

Der Star-Architekt, der am 15. Dezember 105 Jahre geworden wäre, musste in den vergangenen Jahren immer wieder im Krankenhaus behandelt werden.

Zugesetzt hatte ihm auch der Tod seiner einzigen Tochter, Anna Maria Niemeyer, die im Juni 2012 im Alter von 82 Jahren verstarb.

Der Architekt arbeitete bis ins hohe Alter und war auch als über 100-Jähriger regelmäßig in seinem Büro an der Copacabana in Rio de Janeiro.

"Arbeiten hält jung, und Älterwerden ist Scheiße", hat Oscar Niemeyer schon vor Jahren sein Geheimnis verraten.

Weltweit entwarf der "Herr der Kurven" in über 70 Arbeitsjahren mehr als 500 Bauwerke.

"Niemeyer hasste den Kapitalismus und den rechten Winkel. Gegen den Kapitalismus konnte er nicht viel ausrichten. ...

... Aber über den rechten Winkel, den Unterdrücker des Raumes, triumphierte seine freie, sinnliche und wolkenleichte Architektur", schrieb einmal der uruguayische Schriftsteller Eduardo Galeano zu den Lebenshauptthemen des Brasilianers.

Der bekennende Kommunist war prägend mitbeteiligt am Entwurf des UN-Gebäudes in New York ...

... und schuf auch die Zentrale der Kommunistischen Partei Frankreichs in Paris.

Als einen herben Rückschlag empfand Niemeyer 2011 die Nachricht über die Schließung des von ihm errichteten Kulturzentrums in der nordspanischen Stadt Avilés, das er einmal als sein "liebstes Projekt" beschrieb.

Niemeyers Bauten sind vor allem für ihre geschwungenen Kurven und großzügige Raumgestaltung bekannt.

In Rio de Janeiro entwarf er auch das weltbekannte Sambódromo, durch das jährlich die Samba-Schulen defilieren und das auch zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio genutzt werden soll.

Kurz vor seinem 104. Geburtstag im Dezember 2011 hatte er in einem Interview erklärt: "Ich habe noch eine gute Gesundheit und einen fast jugendlichen Enthusiasmus für das architektonische Schaffen. Das belebt mich sehr."

Doch schon 2011 und auch 2012 musste er mehrmals im Krankenhaus behandelt werden, unter anderem wegen Lungenentzündung und Dehydrierung.

Die letzten Jahre wurde Niemeyer stets von seiner zweiten Ehefrau Vera Lucia begleitet. Er hatte sie 2006 geheiratet, zwei Jahre nach dem Tod seiner ersten Frau Anita Baldi, mit der er 76 Jahre lang verheiratet war.

In Deutschland baute Niemeyer, der am 15. Dezember 1907 als eines von sechs Kindern eines deutschstämmigen Kaufmanns zur Welt gekommen war, das Interbau-Wohnhochhaus im Westberliner Hansaviertel.

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