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Freitag, 15. September 2017

Thomalla, Berben, Hallervorden: Welcher Promi unterstützt welche Partei?

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Neuer Bekenntnismut im Bundestagswahlkampf: Viele Prominente beziehen dieser Tage eindeutig Stellung für eine Partei und deren Kandidatin oder Kandidaten. Im Mittelpunkt stehen dabei - wenig verwunderlich - die beiden großen Volksparteien mit ihren Kandidaten Angela Merkel und Martin Schulz. (Foto: REUTERS)

Neuer Bekenntnismut im Bundestagswahlkampf: Viele Prominente beziehen dieser Tage eindeutig Stellung für eine Partei und deren Kandidatin oder Kandidaten. Im Mittelpunkt stehen dabei - wenig verwunderlich - die beiden großen Volksparteien mit ihren Kandidaten Angela Merkel und Martin Schulz.

Neuer Bekenntnismut im Bundestagswahlkampf: Viele Prominente beziehen dieser Tage eindeutig Stellung für eine Partei und deren Kandidatin oder Kandidaten. Im Mittelpunkt stehen dabei - wenig verwunderlich - die beiden großen Volksparteien mit ihren Kandidaten Angela Merkel und Martin Schulz.

Vor allem Model Sophia Thomalla sorgte zuletzt mit ihrem Bekenntnis für Merkel für Aufsehen - und Kritik. "Sie ist eine der stärksten und klügsten Frauen, die ich kenne", sagte sie über die amtierende Kanzlerin.

Auf einer Internetseite der CDU bekennt sie: "Ich unterstütze Angela Merkel, weil sie absolut skandalfrei ist." Was man von Thomalla selbst ja nicht behaupten kann.

Das klare Bekenntnis blieb jedenfalls nicht ohne Widerspruch. Kritiker ätzten gegen das Model, das auch schon für TV und Kino arbeitete.

Dabei ist Thomalla keineswegs allein. Viele Promis bekennen sich zu Merkel, ihrem Konkurrenten Martin Schulz von der SPD oder zu anderen Kandidaten kleinerer Parteien.

Eine ganze Internetseite widmet die CDU prominenten Merkel-Unterstützern. "Ich schätze Angela Merkel für ihre geradlinige Haltung und ihre Authentizität", verkündet da etwa Sänger Heino.

Uschi Glas (hier 2008 mit Merkel) lobt "Klasse, Gründlichkeit und weibliches Geschick" der Kanzlerin, ihr Schauspiel-Kollege Heiner Lauterbach betont, sie habe "uns in der Vergangenheit durch alle Krisen geführt".

Neben Entertainern wie Gunther Emmerlich, Menschen aus der Filmbranche wie Volker Schlöndorff oder Ralf Moeller und Frisör Udo Walz (Bild), für den es keine Alternative zu Merkel gibt, sind auffallend viele Sportler unter den Merkel-Wählern.

Die Fußballer Christoph Metzelder (Bild) und Hans Sarpei, …

… Boxerin Regina Halmich und Schwimmerin Franziska van Almsick (Bild), …

… Turner Fabian Hambüchen (Bild) und Fußball-Trainer Jupp Heynckes sind nur einige, die ihren Hut für Merkel in den Ring werfen.

Fußball-Weltmeister Toni Kroos twitterte nach dem TV-Duell euphorisch: "Es lebe Angie!!!"

Andere Promis wollen nicht für Merkel Wahlkampf machen, hegen aber zumindest Sympathien. TV-Moderatorin Daniela Katzenberger sagt, es sei ihr nicht egal, wer die Entscheidungen für Deutschland treffe.

Merkel könne sich "in diesem Männerzirkus von Trumps, Putins und Erdogans" durchsetzen.

Von der neuen Regierung erwartet die Mutter einer kleinen Tochter aber auch mehr Hilfe für Familien, vor allem für Alleinerziehende. "Ich weiß selber, wie schwer meine Mutter es oft hatte, und hier muss mehr getan werden", sagt Katzenberger.

Schauspieler Martin Brambach, bekannt aus dem Dresden-"Tatort", lobt Merkels Haltung in der Flüchtlingskrise, zudem wirke sie auf ihn unbestechlich.

Aber er lobt auch SPD-Spitzenkandidat Schulz, dem man glaube, dass er sich für die Belange der sozial Schwachen einsetze.

Wie Merkel kann auch der SPD-Chef auf einige Prominente zählen, die etwa in Videos ihre Unterstützung kundtun.

Darunter sind die Schauspielerinnen Iris Berben ("Lieber Martin Schulz, auf mich können Sie zählen.") …

... und Natalia Wörner (hier mit Bundesjustizminister Heiko Maas, SPD) ...

… Leonard "Wilsberg" Lansink und Judith Döker von den "Rosenheim-Cops".

Clemens Schick war nach eigenen Worten im TV-Duell von Schulz begeistert.

Schlagersänger Roland Kaiser sagt, er nehme es Schulz ab, dass er für mehr Gerechtigkeit eintrete.

Kabarettist Ingo Appelt sagt: "Ich möchte keine Angie-Witze mehr machen."

Auch Schauspiel-Legende Armin Mueller-Stahl und Moderator Klaas Heufer-Umlauf (Bild) sprechen sich für den SPD-Kandidaten aus.

Allerdings hat Merkel Schulz etwas voraus: Erfahrung als Kanzlerin. Das betont etwa Sänger Howard Carpendale: "In einer sehr instabilen Welt bringt Merkel schon eine gewisse Stabilität mit sich." Zwölf Jahre im Amt, das sei schon eine Leistung.

"Schulz habe ich am Anfang sehr gemocht", sagt Carpendale weiter. Doch irgendwie sehe er ihn nicht auf der Weltbühne als Bundeskanzler. "Ich kann es schwer erklären, aber da fehlt mir was."

Auch der Liedermacher und frühere DDR-Dissident Wolf Biermann äußert sich: "Aus sentimentaler Tradition stehe ich den Sozialdemokraten nahe, aber aus praktischer Vernunft der Kanzlerin."

Merkel mache mit evangelischem Mut eine pragmatische Politik. "Mir gefällt, dass sie die Welt nicht erlösen will, sondern verbessern", sagt Biermann, der hier mit Merkel im vergangenen Jahr bei einem Empfang beim damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck zu sehen ist.

Schauspielerin Christiane Paul lobt die Kandidaten beider Volksparteien. Merkel finde sie "sehr reell". "Sie flüchtet sich nicht in irgendwelche Phrasen, sondern steht für das, was sie entschieden hat."

An Martin Schulz sei toll, dass er "gegen die Ermüdung durch Angela Merkel angetreten ist" und den schlechten Umfragen trotze, so Paul.

Mit Blick auf die Zukunft sagt sie: "Wir haben ein zum Teil stark auseinanderdriftendes Europa, die Finanzkrise in Südeuropa, den Brexit, rechtskonservative Regierungen in Polen und Ungarn und die Flüchtlingskrise." Es sei wichtig, Europa zu stärken "und allen rechtspopulistischen Strömungen etwas entgegenzusetzen".

Das ist auch anderen Prominenten wichtig: Schlagersängerin Andrea Berg wünscht sich, "dass Politiker um der Sache willen miteinander reden und sich nicht gegenseitig etwas an den Kopf werfen, um Stimmung zu machen".

Neben Innenpolitik sei es auch wichtig, sich in einer Welt, die immer mehr zusammenrücke, um die Menschen zu kümmern, die hungern und in Kriegsgebieten leben, so Berg.

TV-Produzent Nico Hofmann sieht eine "Schicksalswahl": "Die weltpolitische Situation ist derzeit äußerst angespannt, und Deutschland spielt in Europa zusammen mit Frankreich eine führende Rolle. Deshalb denke ich, dass die Wahl wirklich entscheidend ist."

Doch auch kleinere Parteien haben prominente Wähler. Der Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden sagt: "Ich gehe zur Wahl, weil ich möchte, dass die FDP wieder in den Bundestag einzieht." Aus dem Wahlrecht leite er für sich auch eine Pflicht ab, dieses Recht wahrzunehmen.

Filmstar Til Schweiger sagte kürzlich der "Rheinischen Post": "Ich habe mal CDU, mal SPD und einmal die Grünen gewählt. Die Partei, in der ich mich total wiederfinde, gibt es nicht."

Vielleicht wähle er diesmal FDP, so Schweiger. Ihm gefalle unter anderem die Haltung des Parteichefs Christian Lindner zu den deutsch-russischen Beziehungen und der sogenannten Krim-Frage - er hatte gefordert, die russische Annexion der Krim als "dauerhaftes Provisorium" zu akzeptieren.

Und was meint - von außen betrachtend - der ukrainische Politiker, Kiewer Bürgermeister und frühere Boxweltmeister Vitali Klitschko zum deutschen Wahlkampf? Immerhin war er hier etwa 2014 schon Gast auf dem Bundesparteitag der CDU.

Über Merkel und Schulz sagt er: "Ich habe zu beiden ein ziemlich gutes persönliches Verhältnis." Das Wichtigste für ihn sei Stabilität in Europa und das Verhältnis zur Ukraine. Er hoffe, dass sich mit der Wahl die deutsche Politik nicht dramatisch ändere, sagt er diplomatisch.

Und aus Boxersicht (hier mit Bruder Wladimir, r.): Wie wichtig ist der Endspurt im Kampf? "Man muss punkten und am Ende sieht man, wer ist der Beste", so Klitschko. (mli/dpa)

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