Panorama

Verseuchtes Wasser in der Berghütte145 Wanderer erkrankt

09.08.2009, 16:58 Uhr

Nach dem Genuss von verunreinigtem Trinkwasser auf einer Berghütte im Allgäu sind rund 145 Wanderer an einer heftigen Magen-Darm-Infektion erkrankt.

Dutzende Menschen seien im Krankenhaus behandelt worden, ein Teil von ihnen sei noch in stationärer Behandlung, sagte ein Polizeisprecher in Kempten. Die auf 2019 Metern gelegene Rappenseehütte wurde geschlossen, um die gesamte Hütte gründlich desinfizieren zu können. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung.

wanderer
Wanderer im Allgäu. (Archivbild) (Foto: picture-alliance/ dpa)

Auf der vielbesuchten Hütte hatte es eine Störung der Anlage zur Trinkwasseraufbereitung gegeben. Auf der Homepage und am Info-Telefon der Hütte ließen Hüttenwirt und Wirtin wissen: "Es besteht Betretungsverbot. Wir bitten um ihr Verständnis."

Laut Polizei mussten 35 Menschen in Kliniken ausgeflogen werden, vier Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Bis zum Samstag waren bereits mehr als 100 Bergwanderer erkrankt. Die Gäste wurden auf der Rappenseehütte und umliegenden Hütten ärztlich betreut, Ärzte hatten sich freiwillig für den Einsatz gemeldet. "Viele Wanderer konnten eigenständig ohne Behandlung oder nach der Behandlung ins Tal gehen", sagte ein Polizeisprecher.

Kette der Infektionen unterbrechen

Die Rappenseehütte gehört zur Sektion Allgäu-Kempten des Deutschen Alpenvereins (DAV) und soll mindestens bis Wochenmitte geschlossen bleiben. "Aufgrund der ersten vorliegenden Untersuchungsergebnisse wird davon ausgegangen, dass die im Trinkwasser enthaltenen Keime sich nicht allzu leicht abtöten lassen", sagte der Polizeisprecher. Außerdem solle mit der Schließung sichergestellt werden, dass die Kette der Infektionen unterbrochen wird, erläuterte die Polizei die Entscheidung des Landratsamtes Oberallgäu. Zu Beginn der Woche werden auch die abschließenden Untersuchungsergebnisse über die Erreger erwartet.

Zunächst war versucht worden, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Auf Anordnung des Gesundheitsamtes wurde das Wasser abgekocht und chloriert. Zusätzlich wurde vom DAV Mineralwasser zur Versorgung der Wanderer und Gäste zur Hütte gebracht.

Inzwischen wurden auf den anderen Hütten am Allgäuer Hauptkamm vorsorglich die Hygienemaßnahmen verstärkt. Für den Fall, dass dort Infektionen auftreten sollten, müssen separate Räumlichkeiten für Betroffene vorgehalten werden.

Quelle: dpa