Panorama

Fehlalarm auf dem Navy YardAnrufer löst Großeinsatz in Washington aus

02.07.2015, 15:34 Uhr
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Polizeifahrzeuge riegeln die Straßen in der Umgebung ab. (Foto: AP)

Berichte über "Schüsse auf dem Navy Yard in Washington" lösen einen Großeinsatz der Polizei aus. Dutzende Einsatzfahrzeuge riegeln die Straßen ab. Unser Korrespondent Dirk Emmerich berichtet von der Basis, wo 2013 ein psychisch Kranker 13 Menschen erschoss.

Durch einen "nicht näher benannten Zwischenfall" ist auf einer Marinebasis in der US-Hauptstadt Washington ein Großeinsatz der Polizei ausgelöst worden. Bilder des TV-Senders NBC zeigten ein massives Aufgebot an Einsatzfahrzeugen in der Gegend. Viele Straßen wurden abgesperrt. "Die Basis wurde weitgehend evakuiert", berichtet n-tv Korrespondent Dirk Emmerich aus der amerikanischen Hauptstadt.

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Sofort waren Fernsehsender vor Ort, die ihre Bilder von einem massiven Aufgebot an Einsatzfahrzeugen um die Welt schickten. (Foto: AP)

In einer ersten Pressekonferenz der Polizei war die Rede von einer "großen Gefahr", der man habe nachgehen müssen. Genauer wurde der Vorfall nicht beschrieben. Ein Anrufer habe die Polizei benachrichtigt und von einem Angriff berichtet. Stunden später musste Polizei indes Entwarnung geben. "Es sind keine Schüsse gefallen, es kann kein Vorfall bestätigt werden", meldete die Navy. Neben dem massiven Polizeiaufgebot hatten auch andere Stellen wie die Heimatschutzbehörde, das Militär, die Feuerwehr und die Bundespolizei FBI Einsatzkräfte geschickt.

Erinnerungen an 2013

Bei einem Amoklauf auf dem sogenannten Navy Yard in der Bundeshauptstadt waren vor knapp zwei Jahren 13 Menschen ums Leben gekommen. "Der Zwischenfall, der eigentlich keiner war, sollte in genau diesem Gebäude stattgefunden haben", so Emmerich. Das Gebäude befinde sich etwa sechs Kilometer vom Weißen Haus entfernt. Die Hauptstadt sei in diesen Tagen in erhöhter Alarmbereitschaft, weil in den Tagen rund um den 4. Juli, dem Unabhängigkeitstag, zahlreiche Terrorwarnungen eingegangen seien.

2013 hatte ein 34 Jahre alter psychisch kranker Schütze in dem Kommandozentrum der Navy mit einer Schrotflinte um sich geschossen. Er hatte sich damals mit dem Ausweis eines Ex-Mitarbeiters Zugang zu dem schwer bewachten Gebäude verschafft. Seitdem wurden die Sicherheitsmaßnahmen für die Anlage deutlich verschärft.

Ein Augenzeuge schilderte unserem Korrespondenten, dass der aktuelle Zwischenfall wie ein "Spiegelbild" der Attacke von 2013 angemutet habe. Damals wurde der Angreifer nach sechs Stunden Belagerung und Flucht von der Navy erschossen. Diesmal hatte die Navy ihr Personal vorsorglich aufgefordert, nicht zur Arbeit zu erscheinen. Nach der Entwarnung mussten sie dann doch den Weg zur Arbeit antreten.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa

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