Panorama

Premier gegen MonarchistenAustraliern bleibt Ritterwürde künftig versagt

02.11.2015, 09:39 Uhr
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Will aus Fehlern seines Vorgängers lernen: Malcom Turnbull. (Foto: picture alliance / dpa)

Nach einer Kontroverse darum, inwiefern der Ritterschlag zum modernen Australien passe, wagt der Premier einen progressiven Schritt und schafft ihn ab. Damit bringt er vor allem die ultra-konservativen Kräfte des Landes gegen sich auf.

In Australien wird künftig niemanden mehr zum Ritter geschlagen. Das Adelsprädikat passe nicht mehr in "unsere moderne Form der Würdigung", erklärte Premierminister Malcolm Turnbull. Bereits in den Ritterstand erhobene Männer und ihre weibliche Entsprechung blieben von der Entscheidung jedoch unberührt. Vor Reportern in Sydney bezeichnete Turnbull später die Titel als "anachronistisch und altmodisch".

Mit der Entscheidung war bereits gerechnet worden, seit Turnbull seinen Rivalen Tony Abbott im September als Vorsitzenden der Konservativen und damit automatisch auch als Regierungschef abgelöst hatte. Sein Vorgänger, ein glühender Anhänger der Monarchie, hatte viel Spott auf sich gezogen, als er Anfang des Jahres Prinz Philip und damit dem Mann der Queen den australischen Ritterorden verlieh. Schon vorher hatte er sich mit der Entscheidung wenig Freunde gemacht, diese längst passé geglaubte Tradition wieder aus der Mottenkiste zu holen. Inzwischen bedauert Abbott selbst seine "unkluge Entscheidung".

Doch auch Nachfolger Turnbull konnte mit seinem Schritt nicht alle Australier zufriedenstellen. Die Liga der australischen Monarchisten warf ihm vor, heimlich gegen die Monarchie zu arbeiten und Australien in eine Republik verwandeln zu wollen. Den australischen Ritterorden führte Elisabeth II. 1975 ein. Seitdem wurde er auf Empfehlung des Premiers durch die Königin von Australien verliehen.

Quelle: ntv.de, apo/AFP

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