Panorama

Zur Einreise aus SyrienBestatter verkauft Pässe von Toten

15.05.2014, 11:36 Uhr
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Die Beamten fanden zahlreiche Reisepässe. (Foto: dpa)

Bei einer Razzia in Berlin findet die Polizei Hinweise auf einen groß angelegten Handel mit Reisepässen von Verstorbenen. Ein islamisches Bestattungsunternehmen soll die Papiere verkauft haben, um Menschen nach Deutschland zu schleusen.

Ein islamisches Bestattungsunternehmen in Berlin-Neukölln soll Pässe von Toten an Schleuser verkauft haben. Bei einer großangelegten Razzia durchsuchten Polizisten 26 Objekte in mehreren Stadtteilen. Der Betreiber des Bestattungsinstituts stehe gemeinsam mit Komplizen im Verdacht, die Pässe von Toten für eine Einreise verkauft zu haben, sagte der Sprecher der Bundespolizei. Damit sollen mindestens neun Menschen - vor allem aus Syrien - nach Deutschland gekommen sein. Sie sollen den Menschen auf den Passfotos ähnlich gesehen haben.

"Neun Fälle sind eindeutig nachgewiesen", sagte der Sprecher. Die Ermittlungen seien nach einem anonymen Hinweis ins Rollen gekommen. Die Polizisten beschlagnahmten bei den Durchsuchungen Pässe und Computer. Der Betreiber des Bestattungsinstituts zeige sich gesprächsbereit, hieß es. Festnahmen gab es zunächst nicht.

Mit den Pässen seien auch Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen in Deutschland verbunden worden, erläuterte der Sprecher der Bundespolizei. Die Papiere seien an Menschen gegangen, die Verwandte aus dem Ausland nach Deutschland holen wollten.

Wie viel Geld für die Papiere gezahlt wurde, konnte der Polizeisprecher nicht sagen. Die Ermittlungsgruppe "Schleuser" suche nun nach weiteren Beweisen für einen vermutlich umfangreichen Handel mit Ausweisen von Toten.

Quelle: ntv.de, fma/dpa