Panorama

Motorradclub ohne FüherscheineBremen verbietet Rocker-Gang

21.05.2011, 12:49 Uhr
AP081021022710
Die Ursprünge der Mongols liegen in Kalifornien. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Biker-Gang der Mongols ist noch neu in Bremen. Allerdings reicht die Zahl der von ihr begangenen Straftaten den Behörden aus, um sie zu verbieten. Dass es den Rockern nicht ums Motorradfahren geht, scheint offensichtlich.

Das Land Bremen hat den umstrittenen Rocker-Club MC Mongols verboten. Nach Ansicht der Behörden besteht der Zweck des Vereins einzig und allein darin, Straftaten zu begehen, teilte der Bremer Innensenator und SPD-Politiker Ulrich Mäurer mit. Der Präsident und führende Mitglieder der Bremer Mongols seien hochgradig kriminell und gewaltbereit. Einige von ihnen seien schon zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden, berichtete die Innenbehörde.

Die Polizei in Bremen durchsuchte auch das Clubhaus der Mongols. Etwa 100 Beamte sperrten die Straße vor dem Clubhaus in der Nähe des Bremer Hauptbahnhofs ab. Die Beamten brachen die Tür mit einer Ramme auf, trafen aber keine Clubmitglieder an. Was beschlagnahmt wurde, war zunächst unklar.

Attacken gegen andere Gangs

Die Mongols, die es erst seit kurzem in Bremen gibt, hatten in den vergangenen Wochen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, weil sie die Rocker der Hells Angels und der Red Devils attackiert hatten, mit denen sie verfeindet sind. "Wir müssen nun abwarten, ob es ruhiger wird", sagte der Sprecher der Innenbehörde, Rainer Gausepohl. "Die Handlungsmöglichkeiten der Polizei sind jetzt aber deutlich erweitert."

Die Innenbehörde betonte, die Mongols würden sich zwar als Motorrad-Club bezeichnen, dies sei aber offensichtlich nicht der wahre Grund für ihren Zusammenschluss. Nur ein einziges Mongols-Mitglied habe überhaupt einen Motorradführerschein, manche andere dagegen hätten überhaupt keine Fahrerlaubnis.

Bisher haben die Mongols in Bremen nur acht bekannte Mitglieder, davon gehören sechs einer arabisch sprechenden Minderheit aus der Türkei an, erklärte Gausepohl. Die genaue Zahl der Unterstützer sei nicht bekannt. Zu schweren Auseinandersetzungen rund um den Club war es erstmals am 7. Mai in Bremen gekommen, als die Mongols ihr Clubhaus in der Innenstadt eröffneten. Dazu waren mehrere hundert Anhänger aus ganz Deutschland angereist.

Quelle: dpa