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Schnee gibt's erst ab 700-800 Metern.
Schnee gibt's erst ab 700-800 Metern.(Foto: picture alliance / dpa)

Sturm im Norden, Schnee im Süden: Der Winter bricht ein

Der goldene Oktober bekommt Besuch vom Winter: An der Nordsee wird eine Sturmflut erwartet, in den höheren Lagen kann es kräftig schneien. Schuld ist der Ex-Hurrikan "Gonzalo". Ungewöhnlich ist ein Wintereinbruch zu dieser Zeit nicht.

Kaltfront, Sturmböen, Schnee: Der Winter gibt in den nächsten Tagen ein erstes Gastspiel - und bereitet dem bislang goldenen Oktober zunächst ein jähes Ende. Während der ehemalige Hurrikan "Gonzalo" für ein Verkehrschaos auf den Britischen Inseln sorgt, müssen sich auch Teile Deutschlands auf ungemütliches Wetter einstellen. "Das Sturmfeld von Ex-Gonzalo erreicht uns von Westen her", erklärt n-tv Meteorologe Björn Alexander. Mit dem Durchgang der Kaltfront sind heute auf den Bergen Orkanböen bis Tempo 120 drin, an der Nordsee Windspitzen um 100 km/h." Auch im Flach- und Binnenland könne es in Schauer- und Gewitternähe zu Windböen von 70 bis 100 km/h kommen.

An der Nordsee soll in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwochmittag ein Sturm das Wasser bis zu zwei Meter über das normale Hochwasser steigen lassen. Strände, das Vorland und Hafenflächen könnten überflutet werden, warnte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Auch die Niederlande bereiten sich auf einen schweren Herbststurm vor: Vorsorglich sollten einige Deich-Durchgänge geschlossen werden. Die Fluggesellschaft KLM strich am Amsterdamer Flughafen Schiphol einige Flüge.

"Der Absturz ist sehr rasch"

Nach der stürmischen Kaltfront kommt der Wintereinbruch - samt Schnee in höheren Lagen und vielleicht auch in den Mittelgebirgen. "Kalte Polarluft lässt die Schneefallgrenze drastisch absinken", sagt Björn Alexander. "Mittwoch und Donnerstag kann es in den Lagen oberhalb von etwa 1000 Metern zeitweise kräftig schneien. Das gilt besonders in den Alpen. Bei längerem Schneefall kann die Schneefallgrenze in den Tälern auch mal bis auf 700 bis 800 Meter sinken." Winterliche Straßenverhältnisse im Bergland seien zu erwarten, und auch auf den Straßen im Tiefland könne es durch den Sturm und teilweise heftigen Regen zu Behinderungen auf den Straßen kommen.

"Die größten Neuschneemengen sind auf den Bergen oberhalb von 1500 Metern zu erwarten. Innerhalb der nächsten Tage bei rund 30 bis 80 Zentimeter Neuschnee. Für den höchsten deutschen Berg, die Zugspitze, sind auch über ein Meter Schnee nicht ausschließen." Ab Freitag habe das Wetter dann auch wieder mildere Temperaturen im Programm.

"Im Vergleich zum extrem milden bis warmen und schönen Wochenende, das hinter uns liegt, sowie dem deutlich zu warmen Oktober bisher, sind solche Kaltlufteinbrüche in dieser Jahreszeit alles andere als ungewöhnlich", so der n-tv Meteorologe. "Nur ist der Absturz vom goldenen Oktober in den Voll-Herbst eben doch sehr rasch."

Quelle: n-tv.de

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